Der Bergbausanierer LMBV greift in seinem Bemühen um saubere Flüsse im Lausitzer Braunkohletagebau auf Bakterien zurück. Dabei geht es darum, die Eiseneinträge in die Spree zu mindern und die Braunfärbung des Flusses zu verringern. Möglich machen sollen das eisenfressende Bakterien. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft spricht von einem „Untergrund- Vorhaben“. An diesem Dienstag läuft das Projekt in Spreetal offiziell an - im militärischen Sperrbereich des Truppenübungsplatzes Oberlausitz.

Nach halbjähriger Vorbereitung erfolgt damit ein weiterer Schritt zur Reduzierung der Eisenbelastung. Laut LMBV liegen im Spreetaler Ortsteil Neustadt besonders hohe Eisenkonzentrationen im Boden vor. Das Verfahren soll zwei Jahre laufen. Anschließend will man dessen Ergebnisse auswerten und prüfen, ob es sich auch in anderen Gebieten der Lausitz anwenden lässt. In kleinerem Umfang hat der Sanierer die winzigen Eisenfresser bereits auf einer Halde eingesetzt. Dort konnte der Anteil an Eisen und Sulfat erheblich reduziert werden. „Durch das Verfahren wird die Spree nicht komplett gereinigt werden können“, dämpfte die LMBV aber allzu große Erwartungen.

Hintergrund

Grund für das Ungemach ist die natürliche Beschaffenheit des Bodens in der Lausitz. Darin befinden sich die Sulfide Pyrit und Markasit im Grundwasser in fester Form. Als Folge des Bergbaus senkt sich das Grundwasser ab, womit Luft an die Sulfide gelangt und diese oxidieren lässt. Die Reaktionsprodukte gelangen schließlich in die Flüsse. Das gelöste Eisen fällt dort als sogenanntes Eisenocker aus und bildet damit die Ursache für die Braunfärbung des Wassers. Bei dem jetzt beginnenden Verfahren regt man die ohnehin im Untergrund vorhandenen Bakterien an, diesen Prozess umzukehren.