Die Anlagengröße sei aber nicht der wichtigste Faktor für das Tierwohl.

Der Beirat schlägt Leitlinien für eine zukunftsfähige Tierhaltung vor.

Danach sollen alle Tiere Zugang zu verschiedenen Klimazonen, vorzugsweise Außenklima und unterschiedliche Funktionsbereiche mit verschiedenen Bodenbelägen haben.

Sie sollen ausreichend Platz haben und artgerechte Beschäftigung. Keine Amputationen, also kein Kupieren von Schnäbeln und Schwänzen.

Der Arzneimitteleinsatz soll reduziert, das im Tierbereich arbeitende Personal besser gebildet werden.

Die Umsetzung dieser und weiterer Leitlinien würde Mehrkosten von drei bis fünf Milliarden Euro jährlich verursachen, eine Kostensteigerung von 13 bis 23 Prozent. Da der Anteil der Landwirte nur etwa ein Viertel des Endverbraucherpreises ausmacht, würden tierische Lebensmittel im Laden dadurch nur um drei bis sechs Prozent im Preis steigen. Das seien viele Verbraucher bereit zu bezahlen.

Politische Begleitmaßnahmen und gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssten gleichzeitig aber ein Abwandern von Teilen der Produktion in Länder mit schlechteren Standards verhindern. Begleitet werden sollte die Strategie einer tiergerechteren Haltung mit dem Bemühen, den Fleischkonsum in Deutschland insgesamt zu reduzieren.

Wie nötig das ist, zeigen aktuelle Zahlen des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Danach erreichte die Fleischerzeugung in Deutschland im ersten Halbjahr 2015 mit 4,07 Millionen Tonnen Schlachtfleisch einen neuen Spitzenwert. Das waren zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die größten Steigerungen gab es bei der Schlachtung von Schweinen und von Jungmasthühnern.