Fast vier Stunden dauerte es am Freitag, bis die BER-Aufsichtsräte eine Summe von zehn Millionen Euro freigegeben hatte. Das Geld hatte BER-Geschäftsführer Hartmut Mehdorn gefordert, um das WLAN-Netz des künftigen Hauptstadtflughafens funktionsfähig zu machen. Genau wie die oft beschriebene Brandschutzanlage hatte auch die interne Datenautobahn des Flughafen-Neubaus versagt. Das hatten aufwendige Versuche in den USA im August ergeben. Dort war eigens eine spezielle Testumgebung aufgebaut worden, um die Belastbarkeit des Drahtlos-Netzes zu überprüfen.

Für viele Spekulationen sorgte im Vorfeld der gestrigen Aufsichtsratssitzung aber ein ganz anderes Thema. In den zurückliegenden Wochen hatten sich BER-Chef Hartmut Mehdorn und sein Technikchef Horst Amann übereinander in Briefen beim Aufsichtsrat beschwert.

Mehdorn wirft Amann vor, sein verkündetes ehrgeiziges "Sprint"- Programm zu sabotieren.

Für diese Argumentation spricht, dass die Unterlagen zur Genehmigung eines Probebetriebes immer noch nicht vollständig bei der Bauaufsicht des zuständigen Landkreises Dahme-Spreewald vorliegen.

Horst Amann seinerseits hatte sich in einem Schreiben an den amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit über die unzumutbare Zusammenarbeit mit Mehdorn beklagt. Da war die Rede von fehlender Fachkenntnis in speziellen bautechnischen Fragen. Amann gilt als akribischer Techniker, der nach dem Credo arbeitet: "Eine gute Vorbereitung sorgt am Ende für schnelleres Bauen."

Das offenbar nervt den wuseligen Mehdorn.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) seinerseits rief die zerstrittenen Geschäftsführer nach der Aufsichtsratssitzung zur Zusammenarbeit auf. "Wir vom Aufsichtsrat erwarten, dass eine Geschäftsführung sich professionell verhält und dass man zusammenarbeitet", sagte Wowereit als amtierender Aufsichtsratschef nach einer Sondersitzung des Kontrollgremiums in Schönefeld. "Das ist die Anforderung, und da führt auch kein Weg dran vorbei", fügte er hinzu.

Auf Nachfrage bekräftigte Wowereit, dass in der Sitzung "keine Personalentscheidung" getroffen worden sei. Auf Details wollte der Aufsichtsratschef dann auch nicht eingehen. Diskussionen ums Personal seien in der Regel intern. Gleichzeitig verwies er auf die nächste ordentliche Aufsichtsratssitzung Ende Oktober.