Mit einer Klagewelle um Schadenersatz in Millionenhöhe gegen die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) rechnet die Kanzlei Klein & von Stahl. Die Karlsruher Anwälte vertreten drei Mieter, die in den Schönefelder BER-Terminals ab Juni 2012 ihre Produkte anbieten wollten.

Dafür ist nach Medienberichten unter anderen die Berliner Modedesignerin Evelin Brandt mit mehr als einer halben Million Euro in Vorleistung gegangen. Auf den Kosten ist sie bis heute sitzen geblieben. Mit der FBB habe es nie eine Einigung über Schadenersatz gegeben. Jetzt läuft Ende 2015 die Verjährungsfrist ab. Vom BER-Desaster seien nach Angaben der Anwälte mehr als 70 Händler und Gastronomen betroffen.

Die Confiserie Felicitas aus Hornow (Spree-Neiße) wollte auf dem BER jährlich 30 Tonnen edle Schokolade verkaufen. "Zum Glück hatten wir keinen Mietvertrag", zeigt sich Geschäftsführer Peter Bienstman gegenüber der RUNDSCHAU erleichtert. Dennoch waren rund 90 000 Euro in Planungen für ein Produktionsgebäude und Verpackungen investiert worden. Die Verpackungen für die "Berliner Mauer" aus Schokolade "sind erst jetzt nach drei Jahren über den Ladentisch gegangen", erklärt Bienstman.

Die IHK Cottbus hatte 2012 eine Betreibergesellschaft vermittelt, über die der Weg für Felicitas, die Spreewald-Gurke und andere Lausitzer Premiumprodukte auf den BER geebnet werden sollte. "Wir wollten Sicherheit für unsere Unternehmen, und das hat sich bewährt", sagt der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Jens Krause.