Fast täglich gibt es neue negative Nachrichten über den geplanten Großflughafen in Berlin-Schönefeld. Zuletzt ging es um den Abriss und Neubau von 600 Brandschutzwänden. Neuester Knüller: die Statikprobleme - also die doppelt so schweren Rauchgasventilatoren auf dem Terminaldach - müssen bereits 2010 bekannt gewesen sein. Das erklärte Ex-Generalplaner Hubert Nienhoff im Berliner Untersuchungsausschuss. Er übergab dem Ausschuss einen vom 31. Mai 2010 datierten Plan für den Einbau der Technikbühnen am Dach mit den Ventilatoren. Darin wurde für die Freigabe "ein Statiknachweis und ein Tüv-Gutachten" gefordert. "Selbstverständlich muss das auch der Bauherr gewusst haben", sagte Nienhoff.

Die Brandenburger CDU und SPD halten dennoch am Projekt fest. "Die Entscheidung für den Standort des BER ist vor vielen Jahren gefallen", sagte der Obmann der SPD im BER-Sonderausschuss des Landtags, Mike Bischoff. "Es wäre aus ökonomischen Gründen Unfug, daran zu rütteln." Rund 300 Teilnehmer der RUNDSCHAU-Umfrage halten die Standortwahl ebenso für richtig. Ähnlich sieht das auch die CDU. "Uns ist wichtig, dass wir schnellstmöglich einen funktionierenden und wirtschaftlich erfolgreichen Flughafen an den Start bekommen", so Fraktionsvorsitzender Ingo Senftleben. "Damit das gelingt, müssen alle Fakten auf den Tisch. Nur so wird man den Flughafenneubau seriös und zielstrebig fertigstellen." Daran glauben auch etwa 300 Leser.