Das Land Brandenburg als einer der beiden Eigentümer rechnet mit einer Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld (Dahme-Spreewald) erst in mehr als zwei Jahren. "Das Jahr 2017 scheint mir nach dem jetzigen Stand nicht unrealistisch", sagte Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) am Montag. Er sei gespannt, welchen Zeitplan Flughafenchef Hartmut Mehdorn dem Aufsichtsrat am 12. Dezember präsentieren werde.

Nach Bauabschluss müssen Fluggäste dennoch weiter auf den neuen Airport warten. Mehdorn plant fünf bis sieben Monate für den Probebetrieb und für den Umzug von den Altflughäfen Tegel und Schönefeld ein. Das geht aus einer aktuellen Ausschreibung hervor. Damit sucht Mehdorn für den Probebetrieb Organisatoren und Schulungsmitarbeiter. Wie vor der geplatzten Eröffnung 2012 sollen Komparsen Schwachstellen aufdecken. Damals waren es 10 000 Freiwillige, die wegen des Termindrucks während Bauarbeiten im Einsatz waren. Das will Mehdorn dieses Mal vermeiden.

Görke hat offenbar keinen Zweifel, dass der Flughafen eines Tages den Betrieb aufnehmen wird. "Eine Investitionsruine in Schönefeld ist für mich unvorstellbar", sagte er. Zugleich stellte er klar, dass Brandenburg nicht ohne weiteres noch mehr Geld zur Fertigstellung des Flughafens nachschießen wird: "Die Mehrkosten für die Inbetriebnahme hat der Flughafen selbst zu schultern." Die zuletzt von Aufsichtsrat gebilligten 1,1 Milliarden Euro seien "nur der nötige Finanzrahmen", sagte Görke. "Der Flughafen ist beauftragt, dafür Finanzierungsmodelle zu prüfen."