Das Licht am Ende des scheinbar endlos langen "BER-Tunnels" müsste in diesen Februartagen eigentlich gleißend hell erstrahlen, stattdessen funkelt es nur. Aus dem Plan, die Arbeiten auf der Flughafenbaustelle im Frühsommer abzuschließen, wird nämlich nichts. Grund dafür sind immer noch fehlende Nachtragsunterlagen für die Baugenehmigung und erneut bestehende Probleme bei der Entrauchung der imposanten Gebäude.

Wenn sich am Montagvormittag die BER-Aufsichtsräte in Berlin-Tegel treffen, werden sie deshalb zähneknirschend zur Kenntnis nehmen müssen, dass es erneut deutliche Verspätungen gibt bei ihrem erst im Dezember beschlossenen Fahrplan. Nach Schätzungen liegen die Arbeiten mehr als drei Monate hinter dem beschlossenen Plan.

Das ist noch kein Grund, eine Eröffnung 2017 vom Tisch zu wischen, aber viel mehr als ein "gutes Bauchgefühl, dass es diesmal klappt" haben derzeit auch Insider nicht zu bieten.

Nach Angaben von Experten werden die aufwendigen technischen Abnahmen und Prüfungen beinahe ein Jahr in Anspruch nehmen, vorausgesetzt, sie verlaufen erfolgreich.

Eine neue Entscheidung zur BER-Eröffnung wird es am Montag aber trotzdem nicht geben. Die Entscheidung, ob es bei dem Eröffnungstermin bleibt oder der BER-Start womöglich auf 2018 verschoben wird, soll voraussichtlich in der Aufsichtsratssitzung im April fallen. Im Aufsichtsrat heißt es, dann komme es zum "Schwur". Stattdessen befassen sich die BER-Aufseher am Montag mit Querelen um den künftigen Regierungsflughafen. Dem geplanten Neubau steht der alte Flughafen in Schönefeld im Wege. Weil angesichts der wachsenden Fluggastzahlen inzwischen aber niemand ernsthaft mehr an die Abschaltung des alten Terminals denkt, müssen die Regierungsflughafenpläne verändert werden. Bisher scheint der BER-Gesellschafter Bund diesen Fakt nicht akzeptieren zu wollen.

Unabhängig von den ganz praktischen BER-Problemen tobt nach wie vor ein heftiger politischer Kampf um den Pannenairport. Geführt wird er mit Sonderausschüssen und Prüfberichten in Berlin und Brandenburg. Für aktuellen Wirbel sorgt eine 400 Seiten lange Prüfmitteilung des Brandenburger Landesrechnungshofes. Darin geht es um die Verantwortung des Landes und insbesondere des Finanzministeriums für Verzögerungen und Kostensteigerungen am BER. Angefordert hat das Dokument inzwischen auch die Cottbuser Staatsanwaltschaft, um zu prüfen, ob es Ansätze für strafrechtlich relevante Ermittlungen gibt.