N ach dem neuen Debakel um den Hauptstadtflughafen BER tritt Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft zurück. Nachfolger wird Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Damit zog Wowereit am Montag die Konsequenzen aus der mittlerweile vierten Verschiebung der Inbetriebnahme des Airports. Er stellte jedoch klar, dass er als Regierender Bürgermeister von Berlin im Amt bleiben wolle. Ebenso ist er auch künftig Mitglied im Flughafen-Aufsichtsrat .

Plat zeck kündigte an, auf der nächsten Plenarsitzung des Landtags die Vertrauensfrage stellen zu wollen. Er wolle sich der vollen Unterstützung der Fraktionen sicher sein, die die Landesregierung tragen, begründete er den Schritt. Im Landtag, der am 23. und 24. Januar wieder zusammenkommt, gibt es eine deutliche Mehrheit von Rot-Rot. Platzeck ist bereits Mitglied des Aufsichtsrats der Betreibergesellschaft .

Einen neuen Eröffnungstermin nannte Wowereit nicht. Sicher scheint nur, dass der Airport vor 2014 nicht in Betrieb gehen wird. Eigentlich sollte der künftig drittgrößte deutsche Flughafen nach drei Verschiebungen am 27. Oktober eröffnet werden.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) rechnet mit einer schnellen Ablösung von Flughafen-Chef Rainer Schwarz. Der Bund als Mit-Gesellschafter habe bereits einen entsprechenden Antrag für die kommende Aufsichtsratssitzung gestellt, sagte Ramsauer in Wildbad Kreuth.

Di e erneut verschobene Eröffnung liefert auch Kritikern in Brandenburg wieder Stoff. CDU-Fraktionschef Dieter Dombrowski befürchtet angesichts des Wechsels an der Spitze des Aufsichtsrates, dass man vom Regen in die Traufe komme. Platzeck sei in Sachen Flughafen bislang ein schlechter Vertreter brandenburgischer Interessen gewesen. Der Vorsitzende der CDU Brandenburg, Michael Schierack, warf Platzeck vor: "Es ist offenkundig, dass er die Lage nicht im Griff hat." Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Grüne, Axel Vogel, sagte, die von Platzeck avisierte Vertrauensfrage sieht er nur als Politmanöver ohne Wert . Ausführlich Seiten 2 & 3