Bei einem Treffen mit dem Chef der türkischen Religionsbehörde, Ali Bardakoglu, gestern in Ankara sagte Benedikt, beide Religionen teilten den Glauben "an den einen Gott" sowie an die besondere Würde jedes einzelnen Menschen. Außerdem seien sich Christentum und Islam einig in ihrem Streben nach Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. "Christen und Muslime gehören zur Familie derjenigen, die an den einen Gott glauben und die ihre religiöse Herkunft, jeweils nach ihren eigenen Traditionen, bis zum (biblischen Urvater) Abraham zurückverfolgen", sagte das katholische Kirchenoberhaupt. Zugleich trat er für einen echten Dialog zwischen beiden Religionen ein. "Der beste Weg voranzukommen, liegt in einem authentischen Dialog zwischen Christen und Muslimen." Beide Religionen müssten "einander besser kennen lernen".
Gleichzeitig setzte sich Benedikt für die Religionsfreiheit ein. Mit Blick auf die Türkei meinte er, diese Religionsfreiheit müsse "institutionell garantiert" und auch in der Praxis eingehalten werden. Allerdings ging der Papst nicht auf die Klagen der christlichen Minderheiten in der Türkei ein. Diese bemängeln das faktische Verbot der Priesterausbildung in der Türkei sowie mangelnde juristische Absicherung der Stellung der Kirchen. (dpa/kr)