"Die Kraft der Liebe ist stärker als das Böse, das uns bedroht", sagte der katholische Kirchenführer gestern bei einer Messe zum Gedenken an die Marienerscheinungen der Müllerstochter Bernadette vor 150 Jahren.
Bis zu 180 000 Gläubige und Pilger hatten sich für die Messe versammelt. Begeisterte Menschenmengen empfingen den Papst, als er mit seinem Papamobil durch den Pyrenäenort zu der Messe an der berühmten Grotte von Lourdes fuhr. Dort hatte die 14-Jährige einst ihre Marienvisionen.
Bei kühl-regnerischem Wetter war Benedikt am Samstagabend in Lourdes von zahlreiche Pilgern begeistert begrüßt worden. Rufe wie "Es lebe der Papst" begleiteten ihn auf dem Pilgerweg, der für das Jubiläum der Marienerscheinungen angelegt worden war. Benedikt fuhr unter starken Sicherheitsmaßnahmen zu der Grotte. Ein Mädchen aus Lourdes brachte dem 81-Jährigen dort ein Glas des Quellwassers.
Vor den französischen Bischöfen sprach sich Benedikt am Abend gegen die Segnung von Partnerschaften Geschiedener aus. "Wir können keine Schritte gutheißen, die dazu dienen, unrechtmäßige Verbindungen zu segnen", sagte er. "Die Kirche hält an der Unauflösbarkeit der Ehe fest, während sie zugleich denen mit größter Fürsorge beiseite steht, die dies aus verschiedenen Gründen nicht respektieren können", sagte er. Die Familie sei in der Krise, das stabile Zusammenleben eines Paares mit seinen Kindern habe für viele den Vorbildcharakter verloren. "Dabei zeigt die Erfahrung, dass die Familie der Grundstein jeder Gesellschaft und die lebendige Zelle der Kirche ist."
Am Samstag hatte Joseph Ratzinger in Paris mit etwa 250 000 Gläubigen eine Messe gefeiert und vor Geldgier und der Verehrung falscher Vorbilder gewarnt. Zehntausende Jugendliche feierten den Papst in Paris mit einer Gebetswache und einer nächtlichen Lichterprozession. (dpa/ab)