Die entsprechende Vereinbarung zwischen Nordkorea und den USA sei Teil "des laufenden Friedensprozesses auf der koreanischen Halbinsel", sagte ein Sprecher des Präsidialamts der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge gestern in Seoul. Die Einigung werde beim Treffen zwischen dem südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun und US-Präsident George W. Bush am 7. September in Sydney, den ebenfalls im September geplanten Sechs-Länder-Gesprächen über die atomare Abrüstung Nordkoreas sowie dem innerkoreanischen Gipfeltreffen im Oktober zur Sprache kommen.
Nach zweitägigen Gesprächen mit Vertretern Pjöngjangs in Genf hatte der US-Sondergesandte Christopher Hill am Sonntag mitgeteilt, Nordkorea wolle bis Ende 2007 seine gesamten Nuklearaktivitäten offenlegen und sein Atomprogramm einstellen (die RUNDSCHAU berichtete). Hill wollte nicht von einem "bedeutenden Durchbruch" sprechen. Er bezeichnete das Ergebnis aber als "äußerst wichtig" und zeigte sich erfreut, dass Nordkorea im Atomstreit offenbar bereit sei, Zugeständnisse zu machen.
Hills nordkoreanischer Gesprächspartner Kim Kye Gwan bekräftigte vor Journalisten in Genf die Bereitschaft Pjöngjangs, seine Abrüstungszusagen - wie im Februar vereinbart - im Gegenzug zu politischen und wirtschaftlichen Ausgleichsleistungen zu erfüllen. Eine spezifische Frist nannte er aber nicht. Nach den Angaben Hills sollen Einzelheiten zur Verwirklichung der Einigung mit Nordkorea während der nächsten Gesprächsrunde der sechs Länder (beide koreanischen Staaten, China, USA, Russland und Japan) erörtert werden.
Unterdessen haben die USA nach Angaben Pjöngjangs zugesichert, Nordkorea von der Schwarzen Liste der Terrorismus fördernden Staaten zu nehmen. Zudem sicherten die Vereinigten Staaten zu, die Handelssanktionen gegen das kommunistische Land aufzuheben. (dpa/cd)