den Amtseid ab. Sie gelobten „dem König Treue, der Verfassung und den Gesetzen des belgischen Volkes Gehorsam“.

Di Rupo sprach die Eidesformel in allen drei offiziellen Sprachen des Königreiches, auf Französisch, Flämisch und Deutsch. Seine oft kritisierten Mängel im Flämischen sind in Belgien eine hochpolitische Angelegenheit, da die Vorgängerregierung unter dem flämischen Christdemokraten Yves Leterme am Streit der beiden großen Sprachgruppen zerbrochen war. Auch die zähen Verhandlungen seit den Neuwahlen vom Juni 2010 wurden davon lange Zeit dominiert.

Belgiens deutschsprachige Minderheit gilt in dem Dauerkonflikt weitgehend als neutral. Die meisten Mitglieder des neuen Kabinetts waren auch schon in der Vorgängerregierung von Leterme vertreten, die bis Anfang der Woche kommissarisch die Geschäfte führte.

Die wichtigste Personalentscheidung in Zeiten der Eurokrise ist der Ressorttausch zwischen Finanz- und Außenminister. Der bisherige Außenminister Steven Vanackere von den flämischen Christdemokraten übernimmt von Didier Reynders von den frankophonen Liberalen das Finanzressort, Reynders zieht ins Außenamt.

Verteidigungsminister bleibt der flämische Christdemokrat Pieter De Crem, Innenministerin wird die frankofone Christdemokratin Joelle Milquet. Der Regierung gehören die Sozialisten, die Christdemokraten und die Liberalen beider Sprachgruppen an. Nach der Vereidigung muss noch das Parlament der neuen Regierung zustimmen. Dies wird für Ende der Woche erwartet.