Nachdem mit Mühe und Zugeständnissen an die westdeutsche Kohlewirtschaft gefundenen Kompromiss von 2004 werden jetzt die Weichen gestellt für die Jahre von 2008 bis 2012. Welche Schadstoffmengen dabei den Kraftwerkstandorten zugestanden werden, ist für die Lausitz von zentraler Bedeutung.
Unstrittig ist die Verstro-mung der Braunkohle derzeit noch mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Deswegen auch ist die Debatte erneut mit der Frage verbunden, ob und wo die Produktion im bisherigen Umfang aufrechterhalten werden kann und inwieweit neue Kohle-kraftwerke - in der Lausitz in Boxberg - überhaupt möglich sind. Darüber wird heute nicht im Detail diskutiert, aber die Weichenstellungen für die zukünftigen Vorstellungen zur Sicherung der Stromerzeugung sind Bestandteil der Debatte.
Die RUNDSCHAU hat vor dem Gipfel Lausitzer Bundestagsabgeordnete befragt. Übereinstimmend sagten dabei Steffen Reiche (SPD) und Michael Stübgen (CDU), dass sie für die Braunkohle vor allem deswegen weiter große Chancen sehen, weil die Stromproduktion nach den Investitionen der letzten Jahre wirtschaftlich und unabhängig von Importen ist. Stübgen verbindet dies mit der Forderung nach einer gerechteren Behandlung der Region bei der Zuteilung von Verschmutzungszertifikaten. Er sieht dabei die Lausitz bislang benachteiligt. Reiche verweist darauf, dass in der Region alle Anstrengungen unternommen würden, das Umwelt-Problem durch technische Neuerungen zu lösen. Er hofft außerdem, dass eine Entscheidung zur Ansiedlung des Biomasse-Zentrums in Cottbus fällt.
Der Abgeordnete Wolfgang Neskovic von der Linkspartei.PDS sieht derzeit in der Verstromung der Braunkohle ebenfalls keine Alternative. Er verweist allerdings darauf, dass längerfristig nur im Bereich regenerativer Energien Arbeitsplätze entstehen, während bei Vattenfall Jobs abgebaut würden. Den Neubau von Kohlekraftwerken lehnt er ab.