Es müsse deutlich gemacht werden, dass ein Zusammenhang zwischen der Lesekompetenz und dem späteren Bildungs- und Berufschancen der Kinder bestehe, sagte Mannsfeld.
"Der kleine Tiger braucht ein Fahrrad" oder "Der Zauberer von Oz" - das sind zwei von 25 Büchern einer Mini-Handbibliothek, die ab Kinder ab September in den rund 800 Grundschulen und in 180 Modell-Kindertagesstätten vorfinden werden. Vielleicht sei das ja für einige Grundschulen der Anstoß, sich eine Bibliothek zuzulegen, hofft Mannsfeld. Tatsache ist, dass der Minister eigentlich gar nicht weiß, wie es um das Lesen an den Grundschulen überhaupt bestellt ist, wie viele Bibliotheken es dort gibt. Da seien keine Erhebungen durchgeführt worden, erklärte Mannsfeld.
Doch nun werden der bundesweiten "Stiftung Lesen" aus Mainz 450 000 Euro bereit gestellt, dazu soll ein richtiger Vertrag abgeschlossen werden, um das Leselust-Projekt an den Schulen und Kindergärten zu starten. Zum ersten Mal setze ein Bundesland konsequent die Erkenntnisse aus der Pisa-Studie um, freut sich Stiftungsgeschäftsführer Heinrich Kreibich.
Befragungen haben ergeben, dass 20 Prozent der Zehnjährigen kaum oder ungern lesen, bei den über 15-Jährigen steigt die Zahl auf 40 Prozent. Die "Stiftung Lesen" will deshalb bis zum Jahresende in 15 Seminaren Lehrern und Erziehern methodisch-taktische Tipps geben, Bibliothekare und Buchhändler sollen einbezogen und 100 000 kostenlose Ratgeber-Broschüren verteilt werden.
"Die Kinder müssen bis zum Alter von zehn Jahren für das Lesen begeistert werden. In dieser Zeit werden die Weichen für eine Lesekarriere gestellt", sagt Kreibich. Die Stiftung habe Erfahrungen, die in England und den Niederlanden mit der Leseförderung gemacht wurden, einbezogen. Besondere Bedeutung für die Förderung von Leselust bei Kindern hat offensichtlich das Vorlesen aus Büchern. Deshalb sucht die Stiftung für Projekt noch "Vorlesepaten".
Das Leselust-Projekt soll über mehrer Jahre geführt und wissenschaftlich begleitet werden. Danach werde man sehen, ob die Kinder besser lesen können, heißt es.