Im Potsdamer Landtag herrscht auf den Gängen Stille, die Ministerien sind verlassen, Minister und Staatssekretäre machen Urlaub. So war es meistens in den Herbstferien - in diesem Jahr allerdings ist es extrem. Denn es sind nicht nur die nahezu direkt auf den Wahlkampf folgenden Schulferien, die dazu führen, dass derzeit in der Landeshauptstadt Grabesruhe herrscht.

Das Kabinett zum Beispiel amtiert nur noch auf Abruf. Niemand weiß bereits mit hundertprozentiger Sicherheit, welche Minister im November noch an Bord sind. Selbst der Zuschnitt der Ministerien ist noch nicht endgültig beschlossen. Der Landtag hat sich konstituiert, doch die Ausschüsse gibt es noch nicht: Weil jeder Ausschuss einem Ministerium zugeordnet ist, muss erst der Ressortzuschnitt abgewartet werden.

Im Landtag sind unterdessen die Abgeordneten von der Alternative für Deutschland und Freien Wählern eingezogen. Sie müssen sich zunächst einmal einrichten. Die politische Arbeit muss noch warten: In der Parlamentsdatenbank des Landtags finden sich zwar schon 32 "Kleine Anfragen" aus der neuen Legislaturperiode - aber noch keine stammt von der AfD oder den Freien Wählern.

Einzig in der Landesgeschäftsstelle der Linkspartei geht derzeit ein steter Strom von Briefumschlägen mit Stimmen für das Mitgliedervotum zum Koalitionsvertrag ein. Doch erst am Reformationstag sollen die Stimmen ausgezählt werden. Und dann, am 31. Oktober, gehen ja auch die Herbstferien in Brandenburg zu Ende: Auch in der Politik darf dann mal wieder gearbeitet werden.