Wir sind Journalisten", sagte der "SZ"-Reporter Frederik Obermaier am Montag. "Die Strafverfolgungsbehörden haben genug Mittel in der Hand, um gegen derartige Machenschaften vorzugehen." Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) rief indes die Medien auf, alle Unterlagen den Behörden zur Verfügung zu stellen. "Sonst bleibt das alles im Bereich der Spekulation."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht die Panama-Enthüllungen als Rückenwind im internationalen Kampf gegen Steuerflucht. Bis Mitte April will Schäuble eigene, neue Vorschläge präsentieren. "Wir nehmen im Match diesen Ball auf und werden ihn weiter voranspielen", sagte Schäubles Sprecher Martin Jäger.

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) forderte: "Wir müssen Briefkastenfirmen und Stiftungen, deren wirtschaftlich Berechtigte anonym bleiben, weltweit verbieten."

Heftig kritisierte der Kreml die Veröffentlichung. Dies sei ein Versuch, Präsidenten Wladimir Putin zu diskreditieren. Das ukrainische Antikorruptionsbüro wird aufgrund der Panama-Papiere nicht gegen Präsident Petro Poroschenko ermitteln. "Gemäß den geltenden Gesetzen gehört der Präsident nicht zur Liste der Funktionsträger, gegen die das Büro Ermittlungen aufnehmen kann", erklärte die Behörde auf Anfrage der Onlinezeitung strana.