"Ich bleibe auf dem Boden", sagte Beck trotz seines Erfolgs. Statt sich selbst zu feiern, stellte er sich sofort wieder in den Dienst der Partei. Das Ergebnis sei "ein Signal, dass die SPD wieder Landtagswahlen gewinnen kann". Dass Beck im vergangenen Jahr seinem Bundesland treu blieb, dürften ihm seine Anhänger hoch angerechnet haben. Als die Sozialdemokraten im Bund nach dem Rückzug von Franz Müntefering einen neuen Parteivorsitzenden suchten, ließ Beck dem Bran denburger Matthias Plat zeck den Vortritt. Statt im gesamten Bundesgebiet war der 57-Jährige in den vergangenen Wochen zwischen Koblenz, Kaisers lautern und Mainz unterwegs, um für seine Wiederwahl zu kämpfen.
"Kurt Beck ist Rheinland-Pfalz", sagt SPD-Chef Platzeck über seinen Vize im Bundesvorstand. "Nah bei den Menschen sein", nennt Beck selbst sein Markenzeichen. Der Mann mit dem grauen Bart gilt als bodenständig und hat den Ruf eines vermittelnden Politikers. Zwar hat Becks Stimme längst auch auf Bundesebene großes Gewicht, wie nicht zuletzt sein Beinahe-Sprung an die Spitze der SPD im vergangenen November zeigte. Dennoch ist er wie kaum ein anderer Ministerpräsident in seinem Heimatland verwurzelt.
Gestern nun holte er für seine SPD einen klaren Sieg. Der Erfolg dürfte die Position des Pfälzers in der Partei auch auf Bundesebene weiter stärken. (AFP/ab)