Das durch ein Feuer stark beschädigte Bautzener Asylheim soll im Herbst seine Funktion aufnehmen. In rund einem halben Jahr, so kündigt Oberbürgermeister Alexander Ahrens (parteilos) auf RUNDSCHAU-Nachfrage an, werden dort die ersten der insgesamt 200 Asylbewerber einziehen. Weitere 100 Flüchtlinge bezögen schon bald das Nebengebäude, das beim Brand unbeschädigt geblieben ist.

Alexander Ahrens beziffert den materiellen Schaden auf mindestens 500 000 Euro. Die Statik des früheren Hotels sei durch das Unglück nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Daher gebe es keinen Komplettabriss.

Indes stellt das Stadtoberhaupt klar, dass sich die Kommune nicht von Brandstiftern diktieren lasse, wo, wann und welche Flüchtlinge untergebracht werden. Gleichzeitig lässt es der 50-Jährige nicht zu, dass seine Stadt für dieses Ereignis in "Sippenhaft" genommen werde. Das Interesse am Vorfall sei inzwischen auf der ganzen Welt vorhanden. Selbst aus Kanada und Südamerika hätten die Stadt Interview anfragen erreicht.

Unterdessen hat es am Wochenende neue Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Sachsen und Sachsen-Anhalt gegeben. Am Samstagabend zogen laut Polizei etwa zehn Menschen mit Bengalos vor die Asylunterkunft in Chemnitz-Einsiedel. Einige sollen vermummt gewesen sein. In Gräfenhainichen (Kreis Wittenberg) hatten Unbekannte auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft geschossen.

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