Der nach Angaben der Ermittlungsbehörde geständige Rechtsanwalt soll insgesamt 64 500 Euro vom Konto des Anwaltsvereins für eigene Zwecke verbraucht haben.

Des Weiteren soll er als Rechtsanwalt 285 003 Euro, die einer Mandantin zustanden, in die eigene Tasche gesteckt haben. Mit den veruntreuten Geldern soll der Angeschuldigte seit 2012 seinen Kanzleibetrieb in Bautzen und seinen Lebensunterhalt bestritten haben.

Es ist nicht der erste Fall in der Region, bei dem sich Rechtsanwälte selbst wegen Straftaten vor Gericht verantworten müssen. 2012 verurteilte das Amtsgericht Dresden den damaligen Präsidenten des sächsischen Anwaltsvereins zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Er hatte 135 000 Euro einer Mandantin und 140 000 Euro, das gesamte Vermögen des Dresdner Anwaltsvereins, auf eigene Konten geleitet.

2010 war ein Cottbuser Anwalt wegen Untreue, Betruges und eines Alkoholunfalls zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Wegen weiterer Taten wurde die Strafe später auf insgesamt drei Jahre und neun Monate erhöht. Der Jurist hatte Mandantengelder unterschlagen, Leasinggesellschaften betrogen und eine Firma ausgeplündert und damit einen hohen sechsstelligen Schaden angerichtet. Wegen Steuerhinterziehung und unterschlagenem Mandantengeld bekam 2015 ein Anwalt aus dem Spree-Neiße-Kreis eine Bewährungsstrafe.