Nachdem bereits 27 Höfe mit 2000 Schweinen und 500 Rindern betroffen waren, sind jetzt drei weitere Betriebe - darunter eine Großanlage mit 1150 Schweinen bei Chemnitz - hinzugekommen. Die Betriebe dürfen während der Sperre keine Milch abgeben und keine Tiere schlachten. Im Regierungsbezirk Leipzig sind neun Höfe betroffen, im Regierungsbezirk Dresden sieben.
Die Landwirte warten jetzt auf die Analyse von Fleischproben, die Anfang der Woche gezogen wurden und an einer Landesanstalt in Potsdam untersucht werden. Ergebnisse werden erst Mitte nächster Woche erwartet. Danach wird über eine Aufhebung der Sperren, über mögliche Massenschlachtungen und den Verkauf der Produkte entschieden, erklärte Sozialministeriumssprecherin Susanne Mewes.
Sachsen habe sich auf Grund erheblicher Schwankungen in den Analysen aus Thüringen zu eigenen Proben entschieden. Eine gesundheitsgefährdende Belastung der Verbraucher wird aber trotz Grenzwertüberschreitungen in den Futtermitteln ausgeschlossen. Auslöser des Skandals ist ein fehlerhaft geführtes Trocknungswerk für Teigwaren in Apolda, von wo Dioxine ins Futtermittel gerieten. Mehr als 2100 Tonnen wurden verseucht.
„Die Betroffenen sind echt sauer, dass man sie damit so lange hat füttern lassen“ , sagte Manfred Uhlemann vom sächsischen Bauernverband. Während der Sperren würden enorme Ausfälle und Zusatzkosten anfallen. Das Werk in Apolda müsse daher mit finanziellen Forderungen aus Sachsen rechnen. Auch eine Klage gegen den Freistaat Thüringen, der für die Kontrollen zuständig ist, sei nicht ausgeschlossen. Uhlemann: „Die Bauern erleiden einen enormen Imageschaden. So was darf einfach nicht passieren.“ (Eig.Ber./sh)