Einfacher haben es dagegen ihre Kollegen von der Bundespolizei, die direkt an der sächsisch-tschechischen Grenze in Petrovice ihren Dienst versehen. Nur eine Wand trennt sie von ihren sprachversierten tschechischen Kollegen im Mühen um Ordnung und Sicherheit. Im gemeinsamen Polizeizentrum gibt es so gut wie keine Sprachbarriere. Die tschechischen Kollegen beherrschen allesamt die Sprache ihres Nachbarlandes, die Deutschen dagegen müssen hin und wieder noch die Schulbank drücken. Überhaupt ist das Ende vergangenen Jahres eingerichtete Polizeizentrum ein Vorbild beim Abbau von Barrieren, wenngleich die alten Kontrollanlagen noch nicht überall abgebaut sind.
Seit den 90er-Jahren haben sich die Nachbarländer auf den Tag Ende 2007 vorbereitet, an dem die Grenzkontrollen weggefallen sind. Damit die Sicherheit weiter gewährleistet ist, wurde die Kooperation verstärkt. Ergebnis ist nicht nur das in absehbarer Zeit gemeinsame Büro ohne trennende Wand in Petrovice, wo Anfragen zu vergessenen Pässen, fehlenden Fahrzeugpapieren oder gestohlenen Fahrzeugen zusammenlaufen und schnell beantwortet werden können. Auch gemeinsame Streifen sind mittlerweile Alltag. "In diesem Jahr gingen Polizisten aus Sachsen und Polen bislang 877-mal zusammen auf Streife", berichtet der Präsident der Bundespolizeidirektion Pirna, Wieland Mozdzynski. In der Region zu Tschechien waren es 577 solcher gemeinsamen Gänge. Mozdzynski fällt auf Anhieb nichts ein, was an der Zusammenarbeit besser werden könnte. So geht es auch Sachsens Polizeipräsident Bernd Merbitz: "Höchstens, dass es so bleibt, könnte ich mir wünschen." Auch Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) ist zufrieden über die "Gott sei Dank" - rückläufige Kriminalität an der 552 Kilometer langen Grenze zu Polen und Tschechien. Um 15 Prozent sei die gesunken. Einziger Wermutstropfen sei der Auto-Klau. Deren Zahl schnellte im ersten Halbjahr um 79 Prozent hoch.
Nachdem mit den Nachbarländern eine 16-köpfige Soko "Mobile" gegründet wurde, gingen die Zahlen zurück. Ein Schwerpunkt beim Autodiebstahl war zunächst Görlitz. Dort wurden im Januar 26 und im Februar 19 Fahrzeuge gestohlen. Im Mai und Juni waren es vier. Wie viele Täter bisher gefasst wurden, lässt Sachsens Polizeipräsident Merbitz offen - mit Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen.