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| 11:17 Uhr

Bankomatensprenger: Soko Fläming agiert jetzt mit Polen

Großeinsatz der Berliner Polizei
Großeinsatz der Berliner Polizei FOTO: Roland Weihrauch (dpa)
Forst. Die Attacke auf die Forster Postbank (Spree-Neiße) am vergangenen Sonntag mit Pyrotechnik ist die Tat eines Trittbrettfahrers gewesen. Sie geht nicht auf das Konto der Bankomaten-Bande. Nach ihr wird weiter mit Hochdruck gesucht. Die Soko Fläming vermeldet dabei kleine Erfolge - in Zusammenarbeit mit Polen. Rüdiger Hofmann

Bei dem Angriff auf die Forster Postbank am vergangenen Sonntag wurden der Eingang der Postbank zerstört und die dort befindlichen Automaten beschädigt. Laut Polizei trägt die Tat nicht die Handschrift der Bankomaten-Bande, die in den vergangenen Monaten immer wieder Lausitzer Filialen attackiert hatte. Die Attacke in Forst ist auf Vandalismus zurückzuführen und wurde von einem Trittbrettfahrer ausgeübt. Das bestätigt die Polizei. Die Postbank in Forst war bereits vor einigen Wochen von Bankomaten-Sprengern heimgesucht worden. Damals hatten die Täter die Geldautomaten brutal geknackt.

Im Zuge der Serie an Geldautomatensprengungen in der Lausitz sind bisher zwei tatverdächtige polnische Bürger verhaftet worden. Ein erster Erfolg für die Brandenburger Ermittlungsgruppe "Soko Fläming". Sie vermutet inzwischen ganze Tätergruppierungen hinter den Anschlägen. "Derartige Straftaten in diesem Segment finden bandenmäßig, überregional und überwiegend durch Intensivtäter, also sogenannte Berufsverbrecher, statt", sagt Mario Heinemann, Pressesprecher vom Polizeipräsidium des Landes Brandenburg.

Zur weiteren Aufklärung findet durch die Soko Fläming und das Landeskriminalamt ein ständiger Informationsaustausch mit anderen Dienststellen, vor allem aber mit der Republik Polen, statt. "Die mittlerweile sehr gute Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei funktioniert und trägt Früchte", sagt Heinemann. Auf polnischer Seite wurde in Gorzow analog zur Soko Fläming inzwischen ebenfalls eine Ermittlungsgruppe gebildet. Die am 19. Dezember des vergangenen Jahres durch die polnische Polizei erfolgte Festnahme der beiden tatverdächtigen polnischen Bürger bedeutet nicht, dass sich die beiden Soko-Gruppen bei ihrer Suche nach weiteren Tätern nur auf Polen beschränken. "Die Geldautomaten-Bande agiert aller Wahrscheinlichkeit nach in mehreren Ländern", sagt Heinemann.

Auch Luckau (Landkreis Dahme-Spreewald) ist bereits von der Bande heimgesucht worden. In der Nacht zum 10. November des vergangenen Jahres hatten die Täter einen Geldautomaten einer Bankfiliale an der Karl-Marx-Straße gesprengt. Dabei wurde ein Gasgemisch eingeleitet und zur Explosion gebracht. Der Eingangsbereich der Filiale wurde dabei erheblich beschädigt. Nach der Tat hatte die Polizei nach den Besitzern zweier Fahrräder gesucht. Sie wurden in der Nähe des Tatortes gefunden. "Hinweise zu den beiden mit der Öffentlichkeit gesuchten Fahrrädern haben sich bisher aber leider nicht ergeben", sagt Mario Heinemann. Offenbar hatten Unbekannte die Räder am Ortsausgang Kümmritz in Richtung Zieckau am Straßenrand versteckt. Laut Ermittlungen der Sonderkommission "Fläming" stünden diese Fahrräder im Zusammenhang mit der Tat. Weitere Details können aus ermittlungstaktischen Gründen laut Polizei noch nicht gemacht werden.

In Brandenburg hat es im vergangenen Jahr 28 Automatensprengungen gegeben. Zwölf davon waren versuchte Sprengungen. Im gesamten Jahr 2015 gab es neun Fälle (allesamt Versuche).

Sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung der Bankomatensprengungen führen könnten, richten Sie bitte an das Landeskriminalamt, BAO Fläming, unter Telefon: 0331-5508-2974 (Montag bis Freitag 9 - 14 Uhr), Fax: 0331 5508 2749, die Internetwache oder an jede andere Polizeidienststelle.