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| 14:29 Uhr

Banken rüsten gegen Geldautomaten-Sprenger auf

Foto: Mirko Sattler; In der Nacht vom 8 auf den 9. Mai 2016 , wurde der Geldautomat der Sparkasse Niederlausitz in der Filliale Lauchhammer-Mitte gesprengt. Die Wucht der Detonation war so groß, das Türen und Glasscheiben zerborsten sind. Die Statik des Vorraumes, wo sich der Geldautomat und der Auszugsdrucker befinden, wurde in mitleidenschaft gezogen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Täter an die Geldkassette gekommen sind.
Foto: Mirko Sattler; In der Nacht vom 8 auf den 9. Mai 2016 , wurde der Geldautomat der Sparkasse Niederlausitz in der Filliale Lauchhammer-Mitte gesprengt. Die Wucht der Detonation war so groß, das Türen und Glasscheiben zerborsten sind. Die Statik des Vorraumes, wo sich der Geldautomat und der Auszugsdrucker befinden, wurde in mitleidenschaft gezogen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Täter an die Geldkassette gekommen sind. FOTO: Mirko Sattler (Mirko Sattler)
Cottbus. Die Serie der Bankomatensprengungen hält an. Luckau und Bad Liebenwerda waren die jüngsten Anschlagsziele. Geldinstitute reagieren mit mehr Sicherheit. Können sie so die Täter abschrecken? bob

Zweimal hintereinander hat es die Commerzbank in der Lausitz erwischt. Erst schlugen die Bankomatensprenger in Luckau zu, dann vergangene Woche in Bad Liebenwerda. Keine Einzelfälle. Allein in Brandenburg summiert sich die Serie der Angriffe auf Geldautomaten mittlerweile auf 29. Die Banken ziehen Konsequenzen daraus. "Wir rüsten unsere Geldautomaten sukzessive auf", erklärt Heike Ziegenbalg, Pressesprecherin der Commerzbank. Nicht nur in der Lausitz ist das Unternehmen von Sprengattacken betroffen. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es eine anhaltenden Serie solcher Angriffe. Automaten der Commerzbank würden deshalb nun durch neue Geräte ersetzt, die über verbesserte Sicherheitssysteme verfügen. Welche Automaten wann ausgetauscht werden, verrät die Commerzbank aus Sicherheitsgründen nicht.

Die Sparkasse Spree-Neiße ist bisher weitgehend verschont geblieben. Lediglich in Guben schlugen Täter zu, nahmen dort allerdings gleich den ganzen Geldautomaten mit, statt ihn zu sprengen. "Unsere Automaten sind auf dem aktuellen Stand der Technik", versichert Pressesprecherin Anja Schroschk. Die Sparkasse Spree-Neiße investiere regelmäßig in ihr Geschäftsstellennetz. "Die IT-Infrastruktur mit 53 Geldausgabeautomaten entspricht höchstem technischen Niveau und aktuellen modernsten Sicherheitsstandards", so Anja Schroschk.

Die Spreewaldbank hatte besonders zu Anfang der Sprengserie im vergangenen Jahr unter den Angriffen zu leiden. Das Thema Sicherheit steht entsprechend im Fokus. "100-prozentigen Schutz kann es nicht geben", erklärte Vorstandsmitglied Doreen Hackenberg-Mathow kürzlich gegenüber der RUNDSCHAU. Trotzdem hat die Spreewaldbank an ihren Filialen für mehr Sicherheit gesorgt: Wachschutz, erbetene Polizeistreifen, komplette Schließung über Nacht mit entsprechenden Türen und Schutzeinrichtungen gegen Gasexplosionen, wie sie bisher vorkamen. Allein das kostete 2015 rund 80 000 Euro. Das macht bei rund 500 000 Abhebungen pro Jahr etwa 16 Cent pro Vorgang.

Bei der Polizei ermittelt die Soko "Fläming" die Serie der Bankomatensprengungen. Teil der Arbeit sind auch Präventionsgespräche mit den Banken, in denen diese über die Gefährdung, das Vorgehen der Täter und mögliche Sicherungssysteme informiert wurden. "Es gibt zwei technische Systeme", erläutert Gerd Otter, Leiter der Soko. Das eine funktioniert mit einer Art Gegengas. Ein Detektor im Automaten erkennt, wenn Gas eingefüllt wird, und setzt ein anderes Gemisch frei, das das Explosionsgas neutralisiert. Die andere Variante funktioniert mit absichtlich herbeigeführten Explosionen. Solche Sicherungssysteme kosten allerdings Geld - Experten gehen von einem Aufschlag von mindestens zehn Prozent der Anschaffungskosten aus. Sicherheitssysteme müssen zudem gewartet werden. "Es liegt in der Entscheidungshoheit der jeweiligen Banken vor Ort, ob sie solche Systeme einbauen oder nicht", erklärt Otter.