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| 14:56 Uhr

Betrug
Banken als Retter gegen Betrüger

Cottbus. Bankangestellte können Betrugsversuche verhindern – wenn sie eingreifen. Von Bodo Baumert

Ein aktuelles Beispiel aus Dormagen: Eine 90-jährige erhält Anfang April einen Telefonanruf. Die weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung gibt sich überzeugend als „Enkelin“ aus. Sie schildert eine finanzielle Notlage und gibt vor, möglichst schnell mehrere Tausend Euro für einen Autokauf zu benötigen. Als die Seniorin bei ihrem Geldinstitut den entsprechenden Betrag vorab telefonisch anweisen will, wird der Mitarbeiter hellhörig. Er bittet die ältere Dame eindringlich, sich noch einmal mit ihrem Familienangehörigen in Verbindung zu setzen. Dabei stellt sich dann heraus, dass es sich bei der Anruferin offensichtlich um eine Betrügerin handelt. „Die entschlossene Maßnahme des Geldinstitutes bewahrte die Kundin vor einem erheblichen finanziellen Verlust“, lobt die Polizei.

Auch in der Lausitz sind Banken öfter mit solchen Anliegen konfrontiert – und vorbereitet. „Wir kennen unsere Kunden, ihre persönlichen Lebensumstände und ihre Vermögenssituation. Diese Nähe zu unseren Kunden entspricht der Grundphilosophie der Sparkasse“, erläutert Anja Schroschk, Sprecherin der Sparkasse Spree-Neiße. „Unsere Mitarbeiter sind dadurch besonders sensibilisiert und können bei ungewöhnlichen Vorfällen schnell und verantwortungsvoll reagieren.“

Oft reicht schon ein Hinweis, um wie im Fall aus Dormagen, einen Betrug aufzudecken.

Verpflichtet zum Eingreifen sind die Banken allerdings nicht. Sie können ihren Kunden auch nicht das Abheben größerer Geldsummen verwehren. Oder doch? In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit einen interessanten Fall. Dort klagen Angehörige gegen eine Bank, weil deren Mitarbeiter einem älteren Betrugsopfer trotz Zweifeln Geld ausgezahlt hat. Ob die Klage Aussicht auf Erfolg hat, bleibt abzuwarten.