UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Palästinensern im Gazastreifen Unterstützung der internationalen Gemeinschaft beim Wiederaufbau zugesichert. "Wir stehen an Eurer Seite", sagte er am Dienstag bei einem Treffen mit Ministern der Einheitsregierung von Fatah und Hamas. Die Zerstörungen, die er gesehen habe, seien "unbeschreiblich". Ban forderte neue Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Sonst könne die Gewalt jederzeit wieder aufflammen.

UN-Generalsekretär Ban war in das Palästinensergebiet gereist, um sich ein Bild von den Schäden zu machen, die im jüngsten Gaza-Krieg entstanden waren. Er besuchte unter anderem eine UN-Schule und den Stadtteil Sadschaija. Er sprach auch mit Einwohnern des Viertels, das während des 50-tägigen Gaza-Kriegs schwer beschädigt worden war. Israel hatte im Juli und August mehr als 5000 Ziele in dem Küstenstreifen angegriffen, um den Raketenbeschuss der radikal-islamischen Hamas einzudämmen. Mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis wurden in dem 50-tägigen Krieg getötet.

Vor seinem Besuch im Gazastreifen hatte Ban Ki Moon Israelis und Palästinenser zu neuen Friedensgesprächen aufgerufen. "Wir drängen die Palästinenser dazu, Mut zu beweisen und den Friedensprozess fortzusetzen", sagte Ban am Montag nach einem Treffen mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah in Ramallah. "Wir drängen Israel dazu, dasselbe zu tun." Er verurteilte scharf den fortwährenden Siedlungsausbau der Israelis in den Palästinensergebieten.

Bei einer internationalen Geberkonferenz waren am Sonntag 5,4 Milliarden Dollar (etwa 4,2 Milliarden Euro) gesammelt worden, um die Kriegsschäden in Gaza zu beseitigen. Ban zufolge ist ein Wiederaufbau Gazas jedoch nicht genug. Auch die Lebensbedingungen der Menschen, erschwert durch die Blockaden Israels und Ägyptens, müssten sich bessern.

Am gestrigen Dienstag trafen erste Lieferungen von Baumaterialien zum Wiederaufbau in der Küstenenklave ein. 600 Tonnen Zement würden erwartet, sagte eine Sprecherin der israelischen Koordinierungsstelle für Aktivitäten in den Palästinensergebieten (Cogat). Zusätzlich sollen 50 Lastwagen mit Baustoffen und zehn Lastwagen mit Eisen nach Gaza gebracht werden. Israel kontrolliert die Einfuhr solcher Materialien streng, weil es befürchtet, militante Palästinenser könnten die Baumaterialien zum Beispiel dafür nutzen, Tunnel nach Israel zu errichten.