Vor zehn Jahren wurde der Einzug der Computer in die Klassenzimmer mit der Medieninitiative m.a.u.s. – Medien an unserer Schule – gestartet. In der Regel müssen sich immer weniger Mädchen und Jungen in der Schule einen Computer teilen. Doch beim Zugang zu IT und Internet gibt es in der Mark deutliche regionale Unterschiede, wie eine Umfrage ergab. „Es gibt Oberstufenzentren, die über eine sehr gute Ausstattung verfügen und auf dem neuesten Stand sind. Andere hinken deutlich hinterher“, berichtete Günther Fuchs, Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Er sieht das Land in der Pflicht: Es müsse für eine gerechte Verteilung sorgen.

Laut Bildungsministerium wurden im Schuljahr 2009/2010 landesweit 29 870 Computer registriert, rund 2870 davon sind Laptops. Nach Angaben der Plattform Bildungsserver teilten sich 2010 in Brandenburg im Durchschnitt 8,5 Schüler einen Computer, 2008 waren es noch 10,2.

Bei der wöchentlichen Nutzung des Computers landete die Mark jedoch laut der 2008 veröffentlichten Pisa-Studie im Ländervergleich hinter Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. Verantwortlich für die Medienausstattung sind die Schulträger.

Sie müssen neue Technik beschaffen oder bei Bedarf für Ersatz sorgen, wenn etwas fehlt. „Da kommt es dann auch sehr darauf an, welche Schwerpunkte gesetzt werden“, meinte Schulrat Hardy Schalitz vom Schulamt Eberswalde – Aufsichtsbehörde für die Schulen in den Landkreisen Barnim und Uckermark. So stehe die Uckermark wirtschaftlich nicht so gut da, in Sachen IT-Technik sei die Region jedoch sehr effektiv. „Fast alle weiterführenden Schulen sind in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft und haben in den vergangenen eineinhalb Jahren aufgeholt“, sagte Schalitz.

Im Schulverwaltungsamt sei außerdem ein Betreuer für die Technik eingestellt worden. „Innovative Sachen wie Whiteboards oder Laptopklassen gibt es dagegen weniger“, erklärte der Schulrat.

Für Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) ist wichtig, den Schülern Medienkompetenz zu vermitteln. Kinder und Jugendliche sollen einen sozialen, verantwortlichen und kreativen Umgang mit Medien erlernen. „Medienangebote sind jedoch durchaus ambivalent zu sehen“, betonte sie. Um auch diese Inhalte zu vermitteln, würden die Pädagogen geschult – 317 medienbezogene Veranstaltungen gab es laut Ministerium im vergangenen Jahr.

Bereits in der Grundschule lernen die Kleinsten den Umgang mit der Technik, später wird sie dann im Unterricht genutzt – etwa in Potsdam zum „e-learning“. Gymnasiasten werden damit in einem Wahlfach online unterrichtet. Auch wenn normalerweise die Schulträger für die Ausstattung zuständig sind – das Bildungsministerium hat für die Jahre 2009 und 2010 für interaktive Whiteboards („weiße Tafeln“) 750 000 Euro zur Verfügung gestellt.