Die Zahl der Hochbetagten in Sachsen wird in den kommenden Jahrzehnten rasant zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann/Stiftung. Demnach wird im Jahr 2030 jeder zehnte Einwohner des Freistaats über 80 Jahre, die Hälfte der sächsischen Bevölkerung bis dahin älter als 51,8 Jahre sein. Dabei schreite diese Entwicklung in den Landkreisen stärker voran als in den Städten, hieß es. Besonders stark bekämen der Vogtlandkreis und der Landkreis Görlitz den demografischen Wandel zu spüren. Hier werde die Hälfte der Bevölkerung 2030 sogar älter als 58,4 Jahre sein.

Mit der Alterung liegt Sachsen aber unter dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit wird die Zahl der über 80-Jährigen der Studie zufolge in den nächsten 30 Jahren um rund 60 Prozent zunehmen, in Sachsen nur um 53 Prozent.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Einwohnerzahl Sachsens im Zeitraum zwischen 2009 und 2030 um 10,4 Prozent auf dann 3,73 Millionen Menschen abnimmt. Für ganz Deutschland erwarten sie nur ein Minus von 3,7 Prozent. Einen besonders großen Bevölkerungsschwund sagen die Autoren der Studie dem Erzgebirgskreis vorher, wo sich ein Rückgang um 22,8 Prozent abzeichne. Die Landeshauptstadt Dresden hingegen werde wachsen und bei der Einwohnerzahl um 11,8 Prozent zulegen. Auch in Leipzig erwarten die Bevölkerungsforscher einen Zuwachs.

In einigen Regionen Sachsens wird die Zahl der Kinder unter drei Jahren fast um die Hälfte zurückgehen. Während für den gesamten Freistaat eine Abnahme um 26,7 Prozent erwartet werde, würden im Jahr 2030 etwa im Erzgebirgskreis 45,2 Prozent weniger Kinder dieser Altersgruppe leben, heißt es in der Studie. Der geringste Rückgang wird mit minus zwei Prozent für Dresden vorhergesagt. Die Bertelsmann/ Stiftung berechnete ihre Bevölkerungsprognose für 172 Kommunen in Sachsen.

Brandenburg wird älter

Auch im Land Brandenburg wird die Zahl hochbetagter Senioren auf längere Sicht deutlich zunehmen. Im Jahre 2030 werde sich der Anteil der über 80-Jährigen fast verdoppeln und einen Anteil von 9,3 Prozent erreichen, teilte die Stiftung mit. Bundesweit betrage der Anteil dann 8,3 Prozent. Für den Landkreis Elbe-Elster wird eine Zunahme um 52, für Oberhavel eine um 139 Prozent prognostiziert. „Mit 93 Prozent verzeichnet Brandenburg die stärkste Zunahme in dieser Altersgruppe bundesweit“, ermittelten die Autoren.

Berliner bleiben jung

Anders sieht es in Berlin aus: Trotz rasanter Zuwächse bei den Alten bleibt Berlin im Jahr 2030 noch vergleichsweise jung: Wie aus der Prognose hervorgeht, wird die Hälfte aller Berliner dann höchstens 45 Jahre alt sein. Im Bundesvergleich liegt dieses sogenannte Medianalter bei 49 Jahren. Auch die Bevölkerungszahl in der Hauptstadt wird entgegen dem sinkenden Bundestrend um fast sechs Prozent auf 3,64 Millionen steigen – allerdings mit deutlichen Verschiebungen in der Altersstruktur.