Die Deutsche Bahn kündigte indes an, dass ab Ende Mai auf ihren Strecken in Brandenburg ein Pilotversuch zum Surfen in Regiozügen gestartet wird. Nach Auskunft des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) sind dafür allerdings zwei Züge der Linien RE 3 (Stralsund-Berlin-Elsterwerda) und RE 5 (Rostock-Stralsund-Berlin-Wünsdorf) vorgesehen.

Der Pilotversuch unter dem Stichwort "Colibri" soll etwa ein Jahr lang dauern. Brandenburgs Verkehrsministerium hatte kürzlich mitgeteilt, dass "Colibri" Grundlage dafür sei, "um die Einführung von Wlan für bestehende Verkehrsverträge als auch die anstehenden Wettbewerbsvergaben zu prüfen".

Bei der Einführung von Internetzugängen im regionalen Bahnverkehr liegen Berlin und Brandenburg hinter anderen Bundesländern zurück. Seit Kurzem ist auf fünf Strecken in Sachsen-Anhalt kostenfreie Wlan-Nutzung möglich. Laut Bahn soll in dem Bundesland das erste Nahverkehrssystem komplett mit Netzzugang ausgestattet werden.

Um eine möglichst stabile Verbindung zu sichern, nutzt die Bahn alle drei Mobilfunknetze (Telekom, Vodafone und Telefó nica). Für jeden Fahrgast soll es ein Datenvolumen von 50 Megabyte geben. Ist es erschöpft, wird die Surfgeschwindigkeit verringert.

Derzeit erprobt die Bahn im Regionalverkehr ein Informations- und Unterhaltungsportal - ähnlich dem im Fernverkehr. Die Angebote, wie Nachrichten, Zeitungen und Reiseinformationen, sollen sich regional voneinander unterscheiden. Für Wlan-Ausrüstung, neue Mobilfunk-Repeater und Bordunterhaltungsangebote investiert die Bahn rund 120 Millionen Euro.

Die Bahn plant im Nahverkehr ein bundesweit einheitliches Wlan-Angebot. Ziel ist es nach Auskunft der Deutschen Bahn, einen Großteil der DB-Regio-Flotte bis 2020 mit Wlan auszustatten. Wie schnell dies erreicht werden könne, hänge von den Bundesländern und deren Gesellschaften ab, die die regionalen Verkehrsleistungen bestellen.