Die Lockerung des Sonn- und Feiertagsgesetzes für Videotheken und Autowaschanlagen ist ein Herzensthema der mitregierenden FDP. Die CDU hingegen dringt traditionsgemäß auf den Sonntagsschutz und war mit der von den Liberalen erstrittenen Lockerung wenig glücklich. Nachdem das sächsische Verfassungsgericht im Juni den Autowaschanlagen keine Ausnahmeregelung zugestanden hatte, hatte es sich erstmal ausgewaschen. Seitdem liegt das neue Ladenöffnungsgesetz der CDU/FDP-Koalition in diesem Punkt auf Eis - und das weitere Verfahren beim Landtag.

Dort hat sich der Wirtschafts-Arbeitskreis der CDU-Fraktion für Öffnungszeiten zwischen 12 und 20 Uhr ausgesprochen. Und das mit großer Mehrheit: Von zehn Abgeordneten votierten acht für das Halbtagsmodell. Zuvor hatte eine von der CDU anberaumte Expertenanhörung ein klares Votum gegen eine Ausnahme zum Autowaschen ergeben. Waschanlagen sollten nicht von 8 bis 20 Uhr am Sonntag öffnen dürfen - so hatten auch Kirchenvertreter gemahnt.

Das jedoch fordern die Liberalen: Autowaschanlagen, die gemeinsam mit Tankstellen betrieben werden, sollen nach Wunsch der FDP an Sonntagen zwischen acht und acht öffnen können. Für einzelne Anlagen in Gewerbegebieten reiche der Sonntagnachmittag. Damit soll der sonntägliche Autowaschtourismus nach Polen und Tschechien zugunsten der sächsischen Tankstellenpächter beendet werden.

Die Entscheidung der CDU brächte aus FDP-Sicht immerhin halben Erfolg. Der ganze Sonntag ist für die Liberalen nicht mehr zu holen. "Durch das gegenwärtige Öffnungsverbot sitzen wir am längeren Hebel", sagt ein CDU-Wirtschaftspolitiker.