Aufgrund von Abbestellungen des Hauptauftraggebers, der im Bahnkonzern für den Güterverkehr zuständigen Railion AG, "bestehe in Cottbus für 2006 ein Personalüberhang von rund 100 Mitarbeitern", erklärte Bahnsprecher Hartmut Sommer gestern. Die Beschäftigten versammelten sich im Anschluss an eine außerordentliche Betriebsversammlung zu einer Protestkundgebung vor dem Werkstor.
Der Güterverkehrs-Markt sei äußerst angespannt, begründete Sommer die schwierige Lage. Zudem habe Railion alte Lokreihen gegen neue ausgetauscht, was den Instandhaltungsbedarf mindert. Aufgrund des Beschäftigungspaktes der Bahn werde kein Mitarbeiter entlassen, versicherte er. Stattdessen würden den Betroffenen andere Beschäftigungsmöglichkeiten im Bahnkonzern angeboten.
"Wir können doch nicht alle hier weggehen", beschwerten sich Mitarbeiter. Betriebsratsvorsitzender Heinz-Gerd Kretschmer machte deutlich, dass die Belegschaft den Stellenabbau "nicht einfach so hinnehmen" wird. Während der Protestaktion verabschiedeten die Mitarbeiter einen Brief an Bahnchef Hartmut Mehdorn, in dem sie ihr "großes Entsetzen" zum Ausdruck bringen.
Besonders ärgerlich sei das Motiv für die Abbestellung, betonte Kretschmer. Railion plane, statt der in Cottbus gewarteten Loks ein Modell aus dem niederländischen Tochterunternehmen einzusetzen. Kretschmer: "Das wäre ein klarer Bruch des Tarifvertrages." (Eig. Ber./maf)