Die Allianz pro Schiene fordert mehr Engagement für Bahnhöfe in kleinen Orten. "Die kleinen Bahnhöfe in Deutschland sind in einem unbefriedigenden Zustand. Aus Sicht der Reisenden ist da sehr viel zu tun", sagt der Geschäftsführer des Bündnisses zur Förderung des Schienenverkehrs, Dirk Flege. Das trifft auch auf viele der 308 Haltepunkte in Brandenburg und 397 in Sachsen zu.

In der Lausitz gibt es mit Lübben, Lübbenau oder Großräschen eine Reihe vorbildlich sanierter Bahnhofsgebäude. Aber auch von der Bahn zum Verkauf angebotene Gebäude, die von Kommunen als überteuert bewertet werden. In den Bahnhof Finsterwalde, so der Brandenburger CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Genilke, habe die Bahn seit 30 Jahren nicht mehr investiert, "verlangt beim Verkauf aber Höchstpreise". Nach Einschätzung von Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) sind das noch immer Auswüchse des Privatisierungsprozesses bei der Bahn.

Dieser Einschätzung hält die DB entgegen, dass seit Jahren rund 800 Millionen Euro jährlich in die Modernisierung und Instandhaltung kleiner und großer Bahnhöfe fließen würden. Eine Sprecherin fügte hinzu, dass die Bahn in diesem und im nächsten Jahr 600 mittlere und kleine Bahnhöfe mit mehr als 250 000 Euro pro Station sanieren wolle.

Auf den 5400 deutschen Bahnhöfen sind noch etwa 950 Empfangsgebäude im Eigentum der Tochtergesellschaft DB Station & Service.