. Ab Mitte Dezember könnte Bahnfahren in Deutschland auf vielen Strecken teurer werden: Medienberichten zufolge soll ein Großteil der Tickets mit Beginn des neuen Winterfahrplans am 15. Dezember zwei bis drei Prozent mehr kosten. Eine Bahn-Sprecherin verwies auf eine geplante Presseinformation am morgigen Dienstag.

Schon im Juni hatte Bahn-Chef Rüdiger Grube eine Erhöhung der Fahrpreise angedeutet und dies auch mit den Kosten der Energiewende begründet. Seit die Deutsche Bahn 1994 in ihrer jetzigen Form als Aktiengesellschaft gegründet wurde, hob sie die Preise 15-mal an. Seit 2003 tat sie das im Jahrestakt. Nur 2002 wurden sie mit der Einführung eines neuen Preissystems gesenkt. 2010 blieben Preise des Fernverkehrs stabil.

Grund für die jetzige Erhöhung sind laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" die um rund 220 Millionen Euro gestiegenen Personalkosten der Bahn. Der Konzern habe 2012 etwa 10 000 und 2013 bislang 7000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Dem Bericht zufolge sollen die höheren Preise aber nicht für das gesamte Streckennetz und auch nicht für alle Tickets gelten. Die Strecke Berlin-Köln, für die seit Monaten ein Ersatzfahrplan gilt, sei ausgenommen. Die Verbindung war vom Juni-Hochwasser betroffen, die Züge müssen deshalb einen Umweg fahren und brauchen erheblich länger. Auch die Bahncard und Monatskarten für Schüler, Studenten und Senioren würden nicht teurer.

Auch "Der Spiegel" berichtet von möglicherweise steigenden Kosten für Bahnkunden, nannte aber eine andere Ursache: Vergangenen Donnerstag hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Bahnkunden auch bei Verspätungen durch höhere Gewalt grundsätzlich ihr Geld zurückbekommen müssen. In der Konzernzentrale schließe man deshalb höhere Fahrpreise nicht aus.