Aufgrund von Bauarbeiten an den Straßenverbindungen sind viele Pendler im Berliner Raum derzeit besonders auf die Züge angewiesen. Platzeck zeigte sich besorgt über mögliche Fahrzeitverlängerungen oder sonstige Engpässe. Bahnchef Rüdiger Grube versuchte den Potsdamer mit dem Hinweis zu beruhigen, es stünden bundesweit 16 000 zusätzliche Arbeitskräfte zur Verfügung, die sich um verschneite Bahnsteige und vereiste Weichen kümmerten. Es sei damit zu rechnen, dass zumindest ein drei Tage andauernder Schneefall bewältigt werde.

Als Erfolg wertet die Landesregierung den Umstand, dass nach vieljähriger Bauzeit und zeitraubendem Schienenersatzverkehr im Dezember die Bahnstrecke nach Cottbus „eingeweiht“ werden kann. Es ist allerdings aufgrund der Probleme mit dem Zugmaterial nicht gesichert, dass die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern tatsächlich erreicht wird.

Der Bahngipfel war ansonsten wie schon sein Vorgänger gekennzeichnet von gegenseitigen Bekundungen der „guten Zusammenarbeit“ zwischen dem Land Brandenburg und dem bundeseigenen Konzern. Er beschäftigt im Land 7500 Menschen, vergibt nach eigenen Angaben Aufträge im Wert von 800 Millionen Euro und will in den nächsten Jahren 1,5 Milliarden in Brandenburg investieren. Grube kündigte auch an, dass mit der Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld eine Reihe von überregionalen Zugverbindungen einen dort einen Halt einlegen werden. Dies geschehe zunächst probeweise und nach einer Auswertung würde dann weiter über die Anbindung des Willy-Brandt-Flughafens entschieden.

Platzeck sagte, auf der Wunschliste der Landesregierung stehe neben der Schneefallproblematik die Verbesserung der Zugverbindungen ins benachbarte Polen. Er sei froh, dass die Bundeskanzlerin bei ihrem letzten Zusammentreffen mit ihrem Warschauer Amtskollegen die Strecken nach Breslau und Stettin ausdrücklich erwähnt habe und erhoffe sich davon Fortschritte. Wichtig ist aus Sicht des Landes noch, dass der Fortschritt beim Ausbau der Strecke nach Dresden nicht durch fehlende Mittel für die kommunalen Begleitmaßnahmen, insbesondere für die Bahnübergänge, verzögert wird.