Für Reisende und Pendler war es eine harte Geduldsprobe. Ab 14 Uhr hatten die Lokführer für 14 Stunden die Arbeit niedergelegt. Ziel des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL): flächendeckender Stillstand im Fern- und Regionalverkehr und bei den S-Bahnen. Auch der Güterverkehr war betroffen. Kritik am zweiten Streik in acht Tagen wies die GDL zurück. "Das ist unser gutes Recht ."

Tausende Pendler und Reisende hatten schon vor dem Streik vergeblich gewartet. Seit Mitternacht waren etliche Züge ausgefallen, weil die Bahn mit abgespeckten Ersatzfahrplänen auf die Streikankündigung reagiert hatte. Auch im Regionalverkehr galt ein Notfahrplan. Gewinner waren Fernbusse und Taxen, die zusätzliche Fahrgäste verbuchten. Eine Gruppe aus Brasilien war in Cottbus kurzerhand ins Taxi umgestiegen und per Taxi nach Dresden weitergereist.

Dennoch: Viele Menschen hatten keine Chance, zur Arbeit, zur Schule oder zu anderen Zielen zu kommen. In Falkenberg durften etliche Schüler des beruflichen Gymnasiums früher nach Hause, weil sie auf die Bahn angewiesen waren. An der Lübbener Spreewaldschule wurde wegen des Streiks ein Projekttag umorganisiert: Klassenfahrten nach Berlin und Cottbus entfielen.

Auch nach Streik-Ende drohen Zugausfälle und Verspätungen. "Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen", sagte ein Bahnsprecher. Pendler sollten aber mehr Zeit einplanen, um zur Arbeit zu kommen. Ob neue Streiks eventuell am Wochenende drohen, ist noch unklar.