Die Bahn stellt ihr umstrittenes neues Preissystem auf den Prüfstand. Eine Expertengruppe (Task force) solle bis Jahresende das Preissystem untersuchen, hieß es am Rande einer Aufsichtsratssitzung, die am Dienstag in Berlin begonnen hat. Dies könnte am Ende auch das Aus für das jetzige Preissystem bedeuten. „Da muss man nur eins und eins zusammen zählen“, hieß es. Einige Nachbesserungen wurden sofort in Aussicht gestellt.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Bahn nach den Problemen mit dem Preissystem und den Verlusten im ersten Quartal erste personelle Konsequenzen im Spitzenmanagement ziehen will. Der für den Personenverkehr zuständige Bahnvorstand Christoph Franz und der Marketing-Vorstand Hans-Gustav Koch müssen gehen.

Dagegen wurde der Vertrag mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn nach Angaben von Aufsichtsratskreisen bis 2008 vorzeitig verlängert. Mit der Vertragsverlängerung stärkt die Bundesregierung Mehdorn trotz der jüngsten Sanierungsrückschläge und des anhaltenden Imageverlustes demonstrativ den Rücken.

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) nannte Mehdorn den „richtigen Mann am richtigen Platz“. Die Opposition bezeichnete dagegen die Entlassung von Franz und Koch als „Bauernopfer“.

Erste Nachbesserungen ab sofort

Die Deutsche Bahn nimmt Nachbesserungen beim umstrittenen Preissystem vor. Als Sofortmaßnahme wird die hohe Stornogebühr bei Frühbuchertickets durch eine einheitliche Gebühr ersetzt werden. Statt einer Umtauschgebühr von bis zu 45 Euro für nicht genutzte Tickets würden von diesem Mittwoch an einheitlich 15 Euro erhoben. Zugleich kündigte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn an, die Analysen zum Preissystem zu beschleunigen. Weitere Nachbesserungen würden aber erst bei verlässlichem Datenmaterial vorgenommen.

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