Die Vogtlandbahn GmbH übernimmt ab Sonntag den Verkehr zwischen Dresden und Görlitz sowie Dresden und Liberec (Tschechien) über Zittau. Die DB Regio AG werde damit in der Region nicht mehr als Streckenbetreiber unterwegs sein, teilte der Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) mit. Im Auftrag der Vogtlandbahn soll sie aber weiterhin zwischen Dresden und Breslau in Polen fahren. Schon seit 2002 bedienen private Betreiber alle anderen Strecken in Ostsachsen.

Die Vogtlandbahn mit Sitz im sächsischen Neumark hatte 2013 die Ausschreibung der beiden Hauptstrecken gewonnen. Das zur Länderbahn-Gruppe gehörende Unternehmen ist nicht neu in der Region. Seit 2010 ist es für eine grenzüberschreitende Verbindung im Dreiländereck zuständig.

Bei DB Regio sind nach eigenen Angaben 195 Mitarbeiter vom jüngsten Betreiberwechsel betroffen. Ein Großteil Jobs im Fahrbetrieb bleibe erhalten, weil sich 130 Lokführer und 90 Kundenbetreuer bereiterklärt hätten, statt 39 nur noch 35 Stunden in der Woche zu arbeiten. Die Regelung treffe nicht nur Beschäftigte, die bisher in Ostsachsen tätig gewesen seien, so ein Sprecher.

Die Vogtlandbahn will die Strecken in Ostsachsen künftig mit 90 Mitarbeitern bedienen. Knapp 20 seiner Triebwagenführer habe das Unternehmen von DB Regio übernommen, teilte die Geschäftsführung mit. Ein Teil der eingeplanten Dieseltriebwagen werde jedoch noch nicht pünktlich zum Start zur Verfügung stehen. Der neue Betreiber ist deshalb auf die Hilfe von DB Regio angewiesen, vor allem zwischen Dresden und Görlitz. Dort werden zunächst weiter rote statt grüne Züge rollen.

Der Betreiberwechsel werde sehr kritisch beobachtet, bemerkte Zvon-Geschäftsführer Hans-Jürgen Pfeiffer. Er verspricht sich von der Vogtlandbahn mehr Service und Kundenfreundlichkeit. Tatsächlich können Fahrgäste Tickets ohne Aufpreis im Zug lösen, wie schon seit Jahren zwischen Zittau und Cottbus. Diese Linie bedient die Odeg Ostdeutsche Eisenbahn GmbH. Pfeiffer sieht deshalb kein Problem darin, dass die Bahn alle Ticket-Automaten in Ostsachsen nach dem Fahrplanwechsel abbaut. Die DB Reisezentren in Görlitz und Bautzen bleiben bestehen. Außerdem gebe es in sechs weiteren Orten die Möglichkeit, Tickets vor Reisebeginn zu kaufen, etwa in Bischofswerda, Löbau und Zittau.