Die Deutsche Bahn rutscht nach zwölf profitablen Jahren wieder tief in die roten Zahlen. Kosten für den Konzernumbau, Probleme der Gütersparte, Streiks und Unwetterschäden drücken den Konzern in diesem Jahr mit gut einer Milliarde Euro ins Minus, wie am gestrigen Mittwoch aus Aufsichtsratskreisen verlautete. Medien berichteten von knapp 1,3 Milliarden Euro Verlust.

Indes nimmt der tiefgreifendste Umbau des Konzerns seit mehr als zwei Jahrzehnten Formen an. "Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat am 16. Dezember ein mehrjähriges Programm für mehr Qualität, mehr Kunden und mehr Erfolg vorlegen", sagte ein Sprecher am Mittwoch. Er nannte jedoch keine Details und äußerte sich auch nicht zu den erwarteten Geschäftszahlen.

Schon im Juli hatte der Konzern seine Jahresprognose nach unten korrigiert, damals aber unterm Strich noch wie im Vorjahr einen Gewinn von einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Laut Aufsichtsratskreisen droht nun trotz eines Rekordumsatzes von etwa 40,6 Milliarden Euro ein Verlust. Vom voraussichtlichen Vorsteuergewinn von 1,75 Milliarden Euro gehen demnach 700 Millionen Euro für Konzernumbaukosten ab, weitere 1,3 Milliarden Euro für Abschreibungen im Güterverkehr. 850 Millionen Euro überweist die Bahn als Dividende an ihren Eigentümer, den Bund.