Was aussieht wie die Arbeit eines professionellen Baggerfahrers, sind in Wirklichkeit die ersten Versuche eines 51-jährigen Hobby-Fahrers.
Neben derartigen Bagger-Schnupperstunden bietet Brandenburg auch andere ausgefallene Freizeitvergnügen. Immer mehr Männer klemmen sich für eine Tour auch in einen dröhnenden Panzer oder touren mit dem Geländewagen durch frühere Tagebaue.
Ohne Zögern steigt Gustav Claßen in den knapp zwei Meter hohen Bagger. Nach kurzer Einweisung kann er loslegen. Die beiden langen Hebel lenkt er mit den Händen wie die Joysticks eines Computerspiels - der wuchtige Baggerarm hebt sich anmutig in die Luft. "Das macht einfach Spaß", sagt er begeistert. Claßen wuchs auf einem Bauernhof auf und fuhr schon früh mit einem Traktor. Auf einem Bagger saß er aber noch nie.

Im gelben Koloss thronen
"Das wollte ich jetzt endlich nachholen", freut sich der Bagger-Fan. Nun kann er östlich von Berlin im Landkreis Märkisch-Oderland Löcher ausheben und in einem der gelben Kolosse thronen. Dafür kam er extra aus seiner Heimatstadt Hannover angereist, wo er als Diplom-Informatiker am Computer sitzt.
Die Idee, Baggern für jedermann anzubieten, entstand beim Herzfelder Unternehmen Alpha-Baumaschinenvermietung. "Die Auftragslage bei uns im Baugewerbe wurde immer schlechter", erklärt Christine Schultz, die die Angebote koordiniert. Da schlugen die Mitarbeiter im Jahr 2000 vor, die firmeneigenen Großgeräte zum Spaßbaggern zur Verfügung zu stellen. Das hatte Erfolg. Mittlerweile kommen die meist männlichen Hobby-Baggerfahrer aus ganz Deutschland. "Wir sprechen das Kind im Manne an. Die Jungs kriegen hier richtig verträumte Blic ke", erläutert Schultz.
In Brandenburg gibt es weitere Freizeitangebote, die hauptsächlich von Männern genutzt werden. So bietet der 36-jährige Oliver Bothe Touren durch Lausitzer Tagebaugebiete an - im Geländewagen. Wie auf einer Safari geht es quer durch menschenleere Gegenden, die an Mondlandschaften erinnern. "Das Ziel ist, den Tagebau von einer anderen Seite kennen zu lernen", erklärt Bothe.

NVA-Panzer aufgemöbelt
Beim Panzerfahren ist die Natur dagegen nicht so wichtig. Die Brüder Axel und Jörg Heyse kauften 2002 einen alten DDR-Panzer der Nationalen Volksarmee und machten ihn fahrbereit. Wenn sich nun Hobby-Panzerfahrer probieren, dröhnt das knapp acht Meter lange Monstrum über ein zwei Hektar großes Feld bei Beerfelde. "So ein Panzer wird als etwas Gefährliches, aber auch Faszinierendes angesehen", sagt Axel. Mehr als 1000 Teilnehmer hatte die "Panzer-Fun-Fahrschule" bisher: Tendenz steigend. Freizeitangebote im Internet: www.baggerland.de
www.panzerkutscher.de
www.offroadtouren.info