Sechs Monate nach dem Tod eines nur zwei Tage alten Babys müssen sich von diesem Donnerstag an die Mutter und ihr Freund wegen Mordes vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft der 20-Jährigen und ihrem 21-jährigen Partner niedrige Beweggründe und Grausamkeit vor.

Das Baby war verhungert und verdurstet. Die Mutter und ihr gleichfalls arbeitsloser Freund sollen das Kind trotz seines kritischen Zustandes nicht zu einem Arzt gebracht haben. Nach Angaben von Gerichtssprecher Tobias Kaehne sitzen beide in Untersuchungsghaft. Früheren Angaben zufolge hatten sie einen Tötungsvorsatz bestritten.

Das Paar soll das Baby nach seinem Tod in ein Gefrierfach gelegt haben. Später brachte der Mann den Säugling laut Anklage in ein Naturschutzgebiet an der Grenze zu Brandenburg. Der kleine Leichnam sei in einer Tüte verpackt und mit Schnee bedeckt worden. Am 7. April machten Spaziergänger die grausige Entdeckung.

Die Berlinerin hatte das Kind in einer Wohnung im Stadtteil Hellersdorf zur Welt gebracht. Der Mann, der nicht der Vater ist, soll bei der Geburt dabei gewesen sein. Der 21-Jährige habe das Baby als seinen Sohn anerkannt, hieß es bei der Justiz.