Der 26-Jährige soll sein Kind im November 2014 so heftig geschüttelt haben, dass es erblindete und das Gehör verlor. Ihm wird versuchter Totschlag zur Last gelegt. Die Mutter (24) ist mitangeklagt, weil sie erst drei Tage nach dem mutmaßlichen Übergriff ärztliche Hilfe für ihr Baby geholt haben soll.

Mit fünf Wochen schwebte Emilia zum ersten Mal in Lebensgefahr. Der Vater habe in der Nacht des 1. Juli "aus Verärgerung, wegen des Weinens des Kindes nicht schlafen zu können, den Brustkorb seiner Tochter umfasst und mit starkem Kraftaufwand zusammengedrückt", heißt es in der Anklage. Weil keine Fluchtgefahr gesehen wurde, sei der Verdächtige aber gegen Auflagen von Haft verschont worden, sagte der Staatsanwalt vor dem Berliner Landgericht.

Emilia war knapp sechs Monate alt, als sie laut Anklage zum zweiten Mal Opfer massiver Gewalt wurde. Der Angeklagte habe das Baby geschüttelt und "billigend in Kauf genommen", dass es sterben könnte. Das Mädchen habe ein schweres Schütteltrauma mit Einblutungen in Gehirn und Augen erlitten. Auch die Mutter schwieg zu Prozessbeginn.

Der Prozess wird am 1. Juni fortgesetzt.