Mit einer Geldprämie will Bildungsminister Günter Baaske (SPD) neue Lehrer für die dünnbesiedelten Regionen des Landes finden. Gegenwärtig werde juristisch geprüft, ob es möglich sei, für Stellen, die jahrelang unbesetzt waren, eine auf drei Jahre befristete Zulage von 300 Euro pro Monat zu zahlen, sagte Baaske am gestrigen Dienstag in Potsdam.

Zum neuen Schuljahr will die rot-rote Koalition rund 1040 Lehrer an Brandenburger Schulen einstellen. 700 davon sollen aus Altersgründen ausscheidende Lehrer ersetzen, rund 300 sollen eingestellt werden, weil Lehrer an Gesamtschulen, Gymnasien und Oberstufenzentren künftig eine Stunde weniger unterrichten müssen. Bis zum Ende der Legislaturperiode will Baaske insgesamt rund 4300 neue Lehrkräfte einstellen.

Um Personal für die freien Stellen zu erhalten, hat das Bildungsministerium ein Werbevideo gedreht, das mit der schönen Landschaft, der Nähe zur Ostsee und der Bundeshauptstadt Berlin für Brandenburg wirbt. Zudem sollen alle Stellen im Fachkräfteportal des Landes verzeichnet werden. Auf eine Anzeigenkampagne, wie sie noch unter Bildungsministerin Martina Münch (SPD) geschaltet wurde, verzichtet das Ministerium dagegen. Eingestellt werden soll vor allem an Oberstufenzentren, Oberschulen und Sonderschulen, während an Gymnasien nur punktuell Stellen zur Besetzung anstünden. Besonderer Mangel herrsche in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sport, Musik und Kunst. "Wer als Lehrer nach Brandenburg geht, erhält ein sicheres Arbeitsverhältnis", sagte Baaske. "Wir werden jeden, der das möchte, auch verbeamten."

Die Pläne Baaskes für die unter Pressevertretern als "Buschzulage" geschmähte Zusatzzahlung wurden in den übrigen Landtagsfraktionen unterschiedlich bewertet. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Gerrit Große, sprach davon, dass es dank der Verbeamtung bereits hinreichend finanzielle Anreize für Lehrer gebe, nach Brandenburg zu kommen. Eine eigene Zulage sei deswegen nicht mehr nötig. Dagegen begrüßten die Oppositionsabgeordneten Marie-Luise von Halem (Bündnis 90 /Die Grünen) und Gordon Hoffmann (CDU) die Pläne Baaskes. "Was wir gut finden, ist, dass Baaske tatsächlich die Initiative ergreift und sich des Themas annimmt", sagte von Halem. Allerdings dürfe dabei nicht übersehen werden, dass die geplanten Einstellungen nur der Kompensation von Ruheständlern beziehungsweise des geringeren Unterrichtsbudgets dienten. "Da wird am Ende kein Lehrer zusätzlich eingestellt." Hoffmann betonte, dass eine Zulage für längerfristig unbesetzte Stellen in ländlichen Regionen ein "gangbarer Schritt" sein könnte. "Aber allein die 300 Euro zusätzlich werden nicht der Grund dafür sein, dass jemand unbedingt nach Wittenberge will."