Ein neues Internetportal soll rückkehrwilligen Brandenburgern den Umzug in ihre alte Heimat erleichtern. Die Regionalbüros für Fachkräftesicherung der Landesagentur für Struktur und Arbeit (LASA) seien mit der Erarbeitung eines Konzepts für ein Portal "Rückkehr/Zuwanderung" beauftragt worden, erklärte Brandenburgs Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Das Portal solle in diesem Jahr freigeschaltet werden. Im Gegensatz zu Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt gibt es in Brandenburg bislang nur regionale Initiativen, die sich engagieren. Diese will Baaske mit dem Portal unterstützen.

Seit 1995 ziehen mehr Menschen aus Brandenburg in die alten Bundesländer als umgekehrt. Der höchste Nettoabwanderungsverlust wurde laut Baaske 2001 mit 15 800 Personen verzeichnet. Im Mai 2011 beauftragte der Landtag Brandenburg die rot-rote Regierung, ein Zukunftskonzept für potenzielle Rückkehrer zu erarbeiten. Dieses soll helfen, Fachkräfte für Brandenburg zu sichern. Die Initiative dazu ging von der CDU aus. Im September 2011 erklärte Baaske, das Arbeitsministerium arbeite mit der LASA an einem entsprechenden Konzept. Rund 42 000 Märker galten im vergangenen Jahr als Fernpendler und würden sehr weite Wege zur Arbeitsstätte in Kauf nehmen.

In Brandenburg wirbt der Templiner Verein "Zuhause in Brandenburg" für eine Rückkehr in die Uckermark. Im Süden engagiert sich die Initiative "Boomerang Lausitz". Sie wird von einer privaten Arbeitsvermittlung getragen, die in den vergangenen Jahren 80 Familien nach Brandenburg zurückgeholt hat.

In anderen Bundesländern gibt es Initiativen, die jeweils für die gesamten Länder werben. So spricht die Agentur "mv4you" in Mecklenburg-Vorpommern seit 2001 mit immer wieder neuen Aktionen abgewanderte Landeskinder an, um diese wieder ins Land zu holen. Die Agentur wirbt auch für Fachkräfte, die nicht aus dem Nordosten stammen, aber dort arbeiten wollen. Nach Angaben der Projektleiterin Solveig Streuer hat die Agentur bereits mehr als 1000 Landeskinder zurückgelotst. Hinzu kommen Partner und Kinder.

Sachsen-Anhalt hat mit Unterstützung der Europäischen Union das Portal "PFIFF" entwickelt, um Fachkräfte ins Land zu holen oder dort zu halten. Neben einem Internetportal gibt es auch verschiedene regionale Berater. Laut einer Sprecherin wurden seit April 2008 auf dem Portal 9100 Arbeitsstellen angeboten und rund 3300 Stellen besetzt.