Im zurückliegenden Ausbildungsjahr haben sich in Sachsen mehr Jugendliche um eine Lehre beworben. Von Oktober 2015 bis September 2016 meldeten sich 22 000 Jungen und Mädchen bei den Arbeitsagenturen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz - 3,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie die Regionaldirektion Sachsen der BA am Donnerstag mitteilte.

Auf der anderen Seite gab es mehr Ausbildungsstellen: Die Unternehmen hatten rund 21 700 zu vergeben, ein Plus von 6,6 Prozent. Den Angaben zufolge konnten 92,5 Prozent der Stellen besetzt werden. Agentur-Chef Klaus-Peter Hansen zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Ein Anstieg der Schulabgänger habe dazu geführt, dass die Lücke kleiner geworden sei. Dennoch gab es zum Ende des Ausbildungsjahres 1632 unbesetzte Lehrstellen sowie 549 unversorgte Bewerber. Rechnerisch kommen auf jeden suchenden Bewerber knapp drei freie Ausbildungsstellen.

"Der Ausbildungsmarkt entwickelt sich zugunsten der Jugendlichen, weil die Unternehmen wiederholt mehr freie Ausbildungsplätze meldeten", erklärte Hansen. Er warb bei den Unternehmen dafür, auch zunächst leistungsschwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben. Zudem waren sich Agentur, Handwerk und Industrie einig, möglichst zeitig an Schulen mit der Berufsorientierung zu beginnen sowie verstärkt um Studienabbrecher zu werben.

Zu den Top Ten der beliebtesten Ausbildungsberufe zählen nach wie vor Verkäuferin, Kaufmann/-frau sowie Mechatroniker und Friseur. Nach Angaben der Regionaldirektion meldeten sich rund 1500 Flüchtlinge bei der BA, davon wurden 174 als fit genug für eine Ausbildung eingestuft.