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Autoklau macht Versicherung teuer

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Cottbus. Gemessen an der Einwohnerzahl gehören die an Polen grenzenden Lausitzer Gemeinden bundesweit zu den vom Autoklau meistbetroffenen Gebieten. Im Kreis Görlitz wurden 2016 je 100 000 Einwohner 162 Autos gestohlen, in den Brandenburger Grenzgemeinden 211. Bodo Baumert

Zum Vergleich: Bayern kommt auf zwölf gestohlene Autos pro 100 000 Einwohner. Das ist nicht nur ärgerlich für die Betroffenen, sondern auch teuer für alle Autobesitzer in der Lausitz. Denn bei der Versicherung fürs Auto spielen regionale Faktoren eine Rolle. Dazu zählt, wie häufig Autos gestohlen werden.

Rund 70 Euro pro Jahr - so groß ist der Unterschied, den das Vergleichsportal Verivox bei Teilkaskoversicherungen festgestellt hat. Verglichen wurden dabei die Autoklau-Hochburgen Deutschlands mit den am wenigsten belasteten Orten. Cottbus und Spree-Neiße fallen in die erste Gruppe. Hier muss ein 45 Jahre alter Fahrer mit der Schadenfreiheitsklasse 20, der 12 000 Kilometer im Jahr mit einem fünf Jahre alten VW Sharan 2.0 TDI zurücklegt, über 220 Euro für die Teilkasko bezahlen. In Göppingen oder Bad Kissingen sind es zum Vergleich rund 150 Euro, in Coburg gar nur 123 Euro. "In Regionen mit vielen Diebstählen ist die Teilkasko für alle Fahrer tendenziell teurer - besonders weil die Unterschiede beim Diebstahl sehr extrem sind", heißt es in der Studie. Neben dem Autoklau gibt es weitere Faktoren wie Glas- oder Hagelschäden sowie Unfallstatistiken, die den Beitrag beeinflussen.

Nach Angaben der Kriminalpolizei werden inzwischen viele Autos über Osteuropa bis nach Zentralasien verschoben.