571 Strafverfahren mit 8700 Verdächtigen - das ist die Bilanz, die das Bundeskriminalamt (BKA) am Dienstag in seinem Lagebericht 2014 zur organisierten Kriminalität gezogen hat. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das Niveau gleich geblieben. Es gibt aber Verschiebungen: So sind es vor allem Eigentumsdelikte, also Diebstahl, die eine zunehmende Rolle spielen. Das hängt mit den Einbrecherbanden zusammen, die rund um Berlin und andere Großstädte ihr Unwesen treiben, aber auch mit dem nach wie vor häufigen Autoklau. Und die Lausitz ist eine der wichtigsten Transitregionen, über die die Verbrecher versuchen, die gestohlenen Fahrzeuge nach Osteuropa zu bringen.

Das zeigt sich auch, wenn die Strukturen der international agierenden Banden betrachtet werden. Rund ein Drittel der Verdächtigen sind Deutsche. Bei den ausländischen Tätern verzeichnet das BKA vor allem einen Anstieg der polnischen und litauischen Täter, gerade in den höheren Strukturen der Verbrecherorganisationen. "Die Anzahl an polnisch dominierten Gruppen ist im Vergleich zum Vorjahr erneut deutlich angestiegen", heißt es dazu im Lagebericht. Anders als andere organisierte Kartelle, etwa die italienische Mafia, sind die polnischen Banden stark spezialisiert: auf den Autoklau. Auch aus Litauen verzeichnet das BKA eine steigende Zahl von Verbrecherbanden, die in Deutschland agieren. 16 waren es im vergangenen Jahr. Ihr Spezialgebiet ist ebenfalls der Autoklau und der Weitertransport der Fahrzeuge nach Osteuropa.