Aufspiegelglatten Straßen rutschten gestern Morgen Fußgänger undAutofahrer in Brandenburg. Blitzeis hatte sie auf dem Weg zurArbeit überrascht. Auch heute kann es noch einmal glatt werden.Ahrenfelde, B 158, sechs Uhr. Ein Lastwagen rutschte aufgrund derGlätte auf die Gegenfahrbahn und stieß frontal mit einemTransporter zusammen. Der 33-jährige Transporterfahrer starb.
Landstraße zwischen Gulben und Briesen, sieben Uhr. Das Autoeiner 52-jährigen Frau geriet ins Schleudern, prallte gegen einenentgegenkommenden Opel. Die Frau erlitt schwere Verletzungen,hinter ihrem Wagen stießen vier weitere Autos zusammen.Gesamtschaden: 11 500 Euro.
Acht Uhr, Landkreis Havelland. Der Fahrer eines Kleintransportersverlor auf der Straße von Bamme nach Rathenow die Gewalt übersein Fahrzeug und lenkte es gegen einen Baum. Der 54-Jährige kamschwer verletzt ins Krankenhaus. Am Auto entstand Totalschaden.
Glatteis regierte nicht nur auf den Straßen der Region. Auf derZugstrecke zwischen Lübbenau und Cottbus hielt derRegionalexpress aus Wismar gegen 10.20 Uhr außer Plan, weil derFrost eine Leitung beschädigt hatte. Burkhard Ahlert,Pressesprecher der Deutschen Bahn: „Bis zur Reparatur der Leitungließen wir Busse zwischen Lübbenau und Cottbus pendeln. Auchandere Züge verspäteten sich wegen des Leitungsdefekts.“ Um 13.53Uhr war der Schaden nach Angaben der Deutschen Bahn behoben.
Der Blitzeis-Schock traf vor allem das Land Brandenburg undBerlin. Wie der Wetterdienst in Potsdam mitteilte, bliebenSachsen und Sachsen-Anhalt weitgehend verschont. Die Gründe fürden plötzlichen Klima-Umschwung erklärt Hartwig Dittmer, derdiensthabende Meteorologe: „Ein schwacher Tiefausläufer, vonWesten kommend, brachte feuchte, wolkenreiche Luft mit. Am Randeeines Osteuropa-Hochs kam wiederum Kaltluft aus Polen nachDeutschland.“ Der Zusammenstoß dieser beiden Fronten habe denDurchbruch des Frühlingswetters verschoben. „Besonders starkeNiederschläge gab es im Havelland und der Prignitz.“ Deshalb gabder Wetterdienst um Mitternacht eine Glatteiswarnung für Berlinund Brandenburg heraus. Auch für heute rechnen die Meteorologenmit Frost und glatten Straßen - vor allem im Osten Brandenburgs.
So sehr sich der Winter auch dagegen sträubt, verdrängt zuwerden: In den nächsten Tagen muss er wahrscheinlich wieder denRückzug antreten. Denn nach Auskunft des Wetterdienstes steigtdie Temperatur im Land Brandenburg noch in dieser Woche auf zehnGrad über dem Gefrierpunkt - und die Sonne soll sich zeigen.

Hintergrund Wie entsteht Blitzeis?
  Blitzeis entsteht, wenn sich warm-feuchte Luft über eine bodennahe, kalte, etwa 300 bis 1000 Meter dicke Kaltluftschicht schiebt. Die aus den warmen Wolken fallenden Regentropfen kühlen sich in der Kaltluftschicht auf Werte unter Null Grad ab. So gefriert dieser Niederschlag besonders schnell - und es kommt zur gefürchteten Eisschicht.