Jens Starigk, Leiter der "Soko Grenze" in Brandenburg, beschäftigt sich seit Jahren mit grenzüberschreitender Kriminalität. "Die Autodiebstähle bewegen sich ungebrochen auf einem hohen Niveau", sagt er. Das gelte für alle Länder an der Grenze nach Osten. Nach den letzten landesweiten Kriminalstatistiken etwa gingen 2012 in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die Zahlen zwar um einige Hundert auf 2076, 1143 und 3355 Diebstähle zurück. In Sachsen dagegen stieg die Zahl leicht auf 3727 verschwundene Autos.

Starigk nennt drei Tätergruppen: Deutsche, Osteuropäer und Versicherungsbetrüger. "Wir haben natürlich Diebstähle, die in Deutschland stattfinden und wo die Täter aus Deutschland kommen und wo die Fahrzeuge in Deutschland weitervermarktet werden." Nach Auskunft des Potsdamer Polizeipräsidiums waren 2012 in Brandenburg 60 Prozent aller gefassten Tatverdächtigen Deutsche.

Immer öfter haben die Grenzbeamten auch mit vorgetäuschten Autodiebstählen zu tun, mit denen Versicherungen betrogen werden sollen. Starigk schätzt den Anteil dieser Fälle auf fünf bis sieben Prozent aller gemeldeten Autodiebstähle. "Es gibt auf jeden Fall ein Dunkelfeld der Versicherungsbetrügerei." Er nennt ein Beispiel: Ein Unternehmer brachte sein Fahrzeug nach Polen und meldete es anschließend als gestohlen, um einen vorherigen Motorschaden nicht bezahlen zu müssen.

Eine weitere Gruppe von Dieben kommt aus Osteuropa. Laut sächsischer Polizei verschwinden die meisten geklauten Wagen nach Tschechien und Polen. Maximal zwei Minuten und 20 Sekunden brauche ein Profi, um ein Auto der neuesten Generation zu knacken, sagt Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU).