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Autodiebe überlisten Funkschlösser

Teure Diebestechnik: Die Banden nutzen solche Funkstrecken-Verlängerer.
Teure Diebestechnik: Die Banden nutzen solche Funkstrecken-Verlängerer. FOTO: dpa
Berlin. Funkschlüssel für moderne Autos sind bequem und beliebt – auch bei organisierten Diebesbanden. Die Berliner Polizei warnte am Donnerstag vor Autodieben mit High-Tech-Ausrüstung, die die Keyless-Go-Technik überlisten. dpa/roe

Bei den Funkschlössern sendet der elektronische Autoschlüssel Signale, die das Auto erkennt. Der Besitzer kann sein Auto öffnen und starten, ohne den Schlüssel aus der Hosen- oder Handtasche zu nehmen. Die Autodiebe nutzen Funkreichweiten-Verstärker. Dabei wird das schwache Signal des Schlüssels von einem Dieb abgefangen, verstärkt und über Dutzende oder auch mehrere Hundert Meter zu einem zweiten Täter nahe dem Auto weitergeleitet. Das Auto lässt sich dann öffnen, starten und wegfahren. Elektronische Sperren und Alarmanlagen werden deaktiviert.

Experten vom Berliner Landeskriminalamt (LKA) forderten Besitzer von Autos mit der Keyless-Technik auf, zusätzliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Zu Hause sollten die elektronischen Schlüssel nicht nahe der Fenster oder Außenwände und am besten in Metallboxen abgelegt werden. Nachts können die Diebe das Signal des Schlüssels durch die Haustür oder ein Fenster abfangen. Beim Einkaufen oder an anderen Orten könnten die Schlüssel in kleinen Taschen, die die Funkwellen blockieren, aufbewahrt werden, empfahlen die Beamten.

Der LKA-Dezernatsleiter für organisierte Kriminalität, Dirk Jacob, berichtete, sehr auffällig sei, dass bei gefassten Dieben zuletzt viele Funkstrecken-Verlängerer gefunden wurden. Diese Geräte kosten mehr als 10 000 Euro. Sie sind eigentlich nicht erlaubt, lassen sich aber im Internet problemlos kaufen.