Der Osten ist der bevorzugte Arbeitsplatz von Autodieben. Das zeigt die aktuelle Studie des Internetportals preisvergleich.de. Knapp 60 Prozent der ermittelten Autoklau-Hochburgen liegen demnach in den neuen Bundesländern. Die Top-Ten bestreiten sogar acht ostdeutsche Städte. Basis der Analyse: Die bei der Polizei gemeldeten Autodiebstähle in 120 Städten wurden mit der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge in Zusammenhang gesetzt.

Rang eins und zwei im Bundesranking für 2013 belegen die Grenzstädte Frankfurt (Oder) und Görlitz. Dort verschwanden im vergangenen Jahr 283 beziehungsweise 183 Autos von den Straßen. Weitere Großstädte in Brandenburg und Sachsen tauchen in den Top-Ten auf: Potsdam auf Platz vier, direkt gefolgt von Dresden und Leipzig auf Rang neun. In Berlin verschwanden im vergangenen Jahr die meisten Autos. 6659-mal schlugen Diebe in der Hauptstadt zu. In Relation gesetzt bedeutet das Platz drei im Städtevergleich.

Cottbus schafft es in der Statistik mit 173 gestohlenen Fahrzeugen auf Platz sechs. Zwar war der Autoklau im vergangenen Jahr geringfügig zurückgegangen. Doch 2014 verheißt nichts Gutes: Der Polizei zufolge verschwanden von Januar bis September 222 Fahrzeuge. Das sind doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum 2013 und bereits mehr als im gesamten vergangenen Jahr.

Die Untersuchung belegt, dass die Auto-Schieber vor allem dort aktiv sind, wo kurze und schnelle Fluchtwege und offene Grenzen die Taten erleichtern. Auffällig hoch ist in den beiden Grenzstädten der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen. In Görlitz liegt er bei 80 Prozent, in Frankfurt (Oder) gar bei über 90 Prozent. Die Versuchung auf schnelles Geld scheint dort besonders groß, brauchen die Diebe dort doch kaum mehr als fünf Minuten bis zur Grenze. In Cottbus kommt der Statistik zufolge knapp die Hälfte der Tatverdächtigen aus dem Ausland. Der Erfahrung der Soko Grenze zufolge stammen sie in der Region zumeist aus Polen und Litauen.