Knapp acht Jahre nach Beginn der Bauarbeiten gaben gestern Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und sein sächsischer Amtskollege Thomas Jurk (beide SPD) unter Salutschüssen durch die Leipziger Communalgarde von 1830 die Südumfahrung von der Anschlussstelle Leipzig Süd bis zum Autobahndreieck Par then aue an der A 14 für den Verkehr frei. Damit verfügt Leipzig als erste und bislang einzige Großstadt in Sachsen über einen geschlossenen Autobahnring.
Mit dem Lückenschluss auf dem Südring der A 38 von Göttingen in Richtung Leipzig/Halle) sei eine wichtige Verbindung zwischen der A 9 von Berlin in Richtung Nürnberg und der A 14 von Magdeburg nach Dresden geschaffen worden, sagte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee. Damit sei Leipzig in den westlichen Raum und in die sächsische Landeshauptstadt komplett verbunden. Das den Angaben nach insgesamt 345 Millionen Euro teure Autobahnprojekt habe den Südraum Leipzigs für den Tourismus im Neuseenland sowie für die Wirtschaft der gesamten westsächsischen Region deutlich „besser zugängig gemacht“ . Die Leipziger Innenstadt werde zudem aufgewertet und vom Transportverkehr entlastet. Tiefensee fügte hinzu, die verbesserte Infrastruktur sei eine Voraussetzung für die Unternehmen DHL, BMW und Porsche gewesen, sich rund um Leipzig anzusiedeln.
Jurk äußerte die Hoffnung auf Neuansiedlungen rund um Leipzig im Zuge der neuen Verkehrsanbindung und damit auf einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Südumfahrung bringe die Region einen Riesenschritt voran. Zudem werde das vom Braunkohletagebau zerstörte Straßennetz neu geordnet. Tiefensee wies auf die Besonderheiten beim Bau des Autobahnrings hin, bei dem einstige Tagebaulandschaften für den Verkehr erschlossen werden mussten.
Beim Bau der 38 Kilometer langen Südumfahrung gab es den Angaben nach wegen eines langen und strengen Winters Verzögerungen bei der Fertigstellung. Ursprünglich sollte noch vor der Fußball-WM in Leipzig der Autobahnring übergeben werden. Zugleich kündigte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee an, dass die A 72 bis Niederfrohna bis Ende 2006 befahrbar sein werde. Die Fertigstellung des gesamten Streckennetzes von Leipzig nach Chemnitz „wird aber noch dauern“ , stellte der Minister klar.
Weiterhin soll die A 17 von Dresden in Richtung Prag bis Ende 2006 bis zur Landesgrenze durchgängig befahrbar sein. Als weiteres großes Verkehrvorhaben für Mitteldeutschland wies Tiefensee auf das Schienenprojekt von München in Richtung Berlin hin. Bis 2016/17 soll zudem eine verbesserte Zugverbindung der beiden Großstädte über Erfurt und Leipzig erfolgen.
Die rund 200 Kilometer lange Südharzautobahn A 38 soll den niedersächsischen Wirtschaftsraum Göttingen über Nordthüringen mit der Region Halle/Leipzig verbinden. Zudem soll sie über die A 14 die Weiterfahrt bis nach Dresden ermöglichen. Die Strecke führt durch fünf Wirtschaftsregionen in Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen.